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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Blüte des deutschen Holzschnitts im 16. Jahrhundert.

^Viertes

Hauptwert auf die Charakteristik, die strenge Linienführung, bewahrt auchin der Modellierung und der Behandlung der Schattcnpartien das Wesender Zeichnung, verzichtet also darauf, malerische Effekte anzustreben, wiesie z. B. der Radierung erreichbar sind. Kann auch Dürer selbst nur inbeschränktem Maße zu den Illustratoren von Büchern gezählt werden, daseine Werke zum allergrößten Teil als selbständige Folgen oder Einzel-blätter erschienen sind, so wurde doch seine Weise durch Schüler undandere Zeitgenossen die herrschende während der ganzen, bis in das17. Jahrhundert hineinreichenden Periode blühender BerlagSthätigkeit.Hans Schäufelein und Lukas Cranach , die beiden Burgkmair, die Klein-meister Hans Sebald Behaim , Altorffer, Aldegrever u. s. w., vor allemaber Hans Holbein der Jüngere, standen in den lebhaftesten Beziehungenzu den gelehrten Autoren und den gelehrten und kunstsinnigen Buch-druckern. Sinniger Bilderschmuck war den Lesern zum Bedürfnis ge-worden und folchen anzubringen eine Ehrensache für die Verleger, undausgezeichnete Formschneider, wie Hieronymus Resch, Jost Dienecker,Hans Lützelburger, Hans Brosamer, Virgil Solis und viele andere,brachten die Technik zu hoher Vollendung. Neben den großen, ganzeoder halbe Blattseiten füllenden Bildern bürgerten sich die kleinern, vonText umgebenen ein, welche zuerst in venezianischen Büchern aus derletzten Zeit des 15. Jahrhunderts angetroffen werden.

Hand in Hand mit der Illustration im eigentlichen Sinne geht dieAusstattung der Bücher mit allegorischen und andern Titelumrahmungen,Leisten, Schlußstücken und Zierbuchstaben; sie nimmt immer mehr Raumeiu und gewinnt immer größere künstlerische Bedeutung. Auf die großePublikation von Butsch verweisend, sei hier nur die hervorragende Thätig-keit der Meister Hans Burgkmair, Daniel Hopser in Augsburg, AlbrechtDürer (Bordüren, das große Kinderalphabet, zwei kleinere Alphabete),Hans Springinllee in Nürnberg, Hans und Ambrosius Holbein, UrSGraf in Basel, Johann Wechtlin, Hans Baldung Grün in Straßburg,Anton Woensam von Worms in Köln, Lukas Cranach in Wittenberg berührt.

Noch verdienen zwei Besonderheiten erwähnt zu werden, welche sorecht darthun, wie unentbehrlich damals allen, die mit Büchern zu thunhatten, das beziehungsreiche Ornament war: die Signete, Drucker-oder Berlegerzeichen, und die Lx-Iidris, Marken der Bücherbesitzer.