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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kapitels Signete der Buchdrucker und Buchhändler. Lx-Iidri8. 247

Dem Drucker oder falls nicht beide eine Person waren deinVerleger genügte nickt die Nennung seiner Firma, selten auch die Bei-fügung eines Monogramms oder einer Hausmarke: dem Geiste der Zeitgemäß schmückte er die Erzeugnisse seiner Pressen mit eiuem Geschäfts-wappen, welches zugleich ein Kunstwerk und ein Symbol sein, womöglichauch ciu redendes Wappen vorstellen mußte. Ohne Zweifel wurden diegelehrten Geschäftsfreunde bei der Wahl eines bedeutuugsvollen Bildesund Motto's zu Rate gezogen, die Ausführung, wie sich häufig nach-weisen läßt, oft deu bedeutendsten Künstlern übertragen; uud zwar ließenmanche Drncker sich immer neue Signete componieren, wenn auch ge-wöhnlich mit Beibehaltung der Symbole und Devisen. Es existiereneine Reihe vou Signeten von der Hand Hans Holbeius^, zumal ausder Zeit seines Aufenthalts in Basel (1515 bis 1526), in welcher erüberhaupt die Buchdruckerkunst mit einer Fiille von herrlichen Illustra-tionen (zur Bibel, zum freiburger Stadtrecht u. s. w.), Titelblättern,Umrahmungen, Initialen u. s. w. beschenkte; ferner dergleichen ArbeitenLukas CranachS, Jobst Ammans, Tobias Stimmers u. a., und nochandere Druckerzeichen -lassen uus lebhast bedauern, daß die Meister sichnicht genannt haben

Sowohl den Signeten, wie den Lx-libris ist erst in neuerer Zeitgrößere Aufmerksamkeit zugewendet worden; während aber die Bibliothek-zcichen Familienwappen oder Symbole mit einer Devise oder demNamen des Besitzers der Bibliothek, zuerst in Italien und Deutschland uud zwar anfänglich sogar als Handzeichnungen und Malereien, seit derzweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch in Frankreich im Gebrauch/"zumeist nur eine Spezialität gewisser Sammler bilden, werden die Sig-nete als Dokumente zur Geschichte der Litteratur, der Kunst, des Buch-drucks uud des Buchhandels auch öffentlichen Sammlnngen eingereiht undpubliziert. Sie machen alle Wandlungen des Stils und Geschmacks mit,erscheinen zuerst gewöhnlich als einfache Schilde, Tafeln oder Wappen-bildcr, häufig Metallschnitte, auch mit geschrotenem Grunde, Schrift undOrnament noch gotisch, werdeu zu immer reichern Kompositionen im Geistund Geschmack der Renaissance, und kommen in der Hochrenaissancekaum ohne pompöse architektonische Umrahmungen vor.

Als das früheste Signet muß wohl das von Fust und Schöffer an-genommene Druckerzeichen angesehen werden: zwei durch eine Schnur