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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Deutsche Signete nach namhaften Künstlern.

MerlcS

verbundene Schilde hängen an einem Ast, rechts (heraldisch) derjenigeFusts mit zwei schräg übers Kreuz gelegten, an den Enden Wider-haken tragenden Stäben (Doppelhaken), links der Schöffers mit einemdurch zwei Doppelhaken gebildeten Sparren und drei Sternen." BeiSchösfers Sohn Johann erscheint dasselbe Zeichen nebst seinen Initialenbereits in eine figürliche Komposition, Schäfer mit ihren Herden, ein-gefügt.^

In der von Dürer für das Titelblatt von PirckheimersPlutarch "gezeichneten Knvtenbordüre findet sich das Zeichen des Friedrich Pehpusin Nürnberg : ein Würfel mit dem Motto Ratio vinoit. und dieJahreszahl 1522."

Für Johann Bcbel in Basel zeichnete Holbein die sogenannte I^lma,Lsdöliana, einen Palmbaum, auf dessen Zweigen eine Platte lastet;die früheste Form zeigt noch einen in den Zweigen auf dem Rückenliegenden nackten Menschen, der sich gegen die Platte stemmt, und ander letztern die Worte: Verdrvck mich Armen nit": für ValentinCurio daselbst mehrmals die sogenannte Tafel des Parrhasios mit der,einen Pinsel führenden Hand"; für Matthias Bienenvater in Bern einen den Honigbaum besteigenden Bären, zugleich Anspielung auf denNameu und auf den Wohnort"; für Christoph Frvschauer (Froschover)in Zürich mehrere Signete mit Fröschen, die bald auf einen Baum klet-tern, bald von Knaben geritten werden"; für Thomas Wolff inBasel einen Gelehrten, welcher den Finger auf den Mund legt";für den vielleicht derselben Familie angehörenden Reinhold Wolfe inLondon später (154Z) den von einem Schriftbaude umschlungenen Apfel-bauin, den Knaben plündern"; für Henric Petri in Basel um 1528einen Fels, aus dem eine Hand mit dem Hammer Funken schlägt, dievom Winde angefacht werden °° (Sebastian Henric Petri der Jüngereließ sich um 1576 dasselbe Motiv von Tobias Stimmer zeichnen.")Das Signet Johann Frobens in Basel : ein von zwei Händen ge-haltener, von zwei Schlangen umwundener Stab, auf dem eine Taubesitzt ^Anspielung auf Matth. 10, ie), wird von Weltmann dem HansHolbein ab- und dessen Bruder Ambrostus zugesprochen.^

Der Gegenstand, ist interessant genug um ihn auch ohue Rücksichtauf die erwiesene oder vermutete Mitarbeit berühmter Künstler zu ver-folgen, soweit deutsche Drucker und Verleger dabei ins Spiel kommen.