Kapitel.) Buchzeichen. Elfenbein-, Metall- und Emaildeckel.
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Der Außenseite des Einbandes entsprach der Überzug der innern mitSeidenstoff. Solcher oder Sammet wurde auch über die äußere Seite desDeckels gespannt, wenn die Metattdecke durchbrochen gearbeitet war, oderwenn überhaupt nur metallene Mittel- und Eckstücke aufgelegt wurden.
Um die verschiedenen Abschnitte eines Buchs leicht auffinden zukönnen, befestigte man an dem Blatte, auf welchem ein neuer seinenAnfang nahm, einen Pergamentstreif, welcher über den Schnitt hervor-ragte; derselbe ist häufig am Ende zu einem zierlichen Knöpfchen ver-schlungen oder zusammengedreht. Lockere Streifen der Art dienten alsMerkzeichen, und für Prachtwerke wurden mehrere Merkbänder an einemkostbaren Halter, tsuaeulum, vereinigt. Für diese verschiedenen Merk-zeichen galt der gemeinsame Name Register, auch wird die BezeichnungKehr schnür angegeben. An einem Psalter in der Bibliothek der Her-zöge von Burgund befand sich sogar ein silbernes Instrument zum Um-wenden der Blätter. «2
In stilistischer Beziehung ist die streng symmetrische Anordnung derVerzierungen zu bemerken. Die Mitte des Deckels kirchlicher Bücheraus dem frühen Mittelaltcr nimmt am häufigsten ein Bild des Ge-kreuzigten, oder des lehrenden Christus, oder der Madonna, manchmalauch eine Reliquie, oder, falls Elfenbeindipthchen benutzt wurden, dieHauptdarstellung aus denselben ein, auch umgeben kleinere Elfenbein-platten als Bordüre das Mittelbild. Für die Ecken waren besonders dieEvangelistensymbole beliebt. Ebenso Pflegen die Emailplatten, die Edel-steine u. s. w. symmetrisch verteilt zu sein. Wie die Diptychen zer-schnitten werden mußten, falls deren Maße nicht der Größe des zu bin-denden Buchs entsprachen, und wie man antike geschnittene Steine mitheidnischen Darstellungen unbefangen auf den Deckeln der Evangeliarienu. s. w. anbrachte, so nahm auch die spätere Zeit keinen Anstand, einenalten Band für ein neues größeres Buch herzurichten, gewöhnlich durchAnsetzen neuer Umrahmungen und Bordüren. Daher darf das Ver-dünnen von Figuren und ornamentalen Motiven, welche den Stilenverschiedener Jahrhunderte angehören, an einem und demselben Einbandenicht befremden. So hat Libri ^ ein Iisotioliariura abgebildet mitdem Gekreuzigten in Grubenschmelz aus dem 11. oder 12. Jahrhundert,umrahmt von Hciligenbüsten in Elfenbein, die um 700 Jahre älter seinmögen, ferner ein Libsr äserstalium mit der Geburt Christi in Elfen-