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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Kontingent aus Briefmalern und Buchbindern.

fünftes

Wintergasse). Bämler entrichtete 1460 nur 3^2 Gros Steuer, 1464schon 2 Gulden und 1466 bereits 6 Gulden. Die verhältnismäßig be-deutende Steigerung dieses 1464 schon hohen Steuersatzes rührt schwer-lich aus seinem Gewerbe als Schreiber her^, da ja die meisten reinenSchreiber durch den Bücherdruck wenigstens früher oder später Einbußein ihrem Erwerb erleiden mußten. Es drängt sich also die Vermutungauf, daß Bümler das gesteigerte Einkommen seinem neuen Geschäft alsBuchdrucker verdankte und er dieses schon um die Mitte des siebentenJahrzehnts schwunghaft betrieb.

Andererseits lieferten aber auch einige der sonstigen verwandten Ge-werbe ihre Vertreter zur neuen Kunst. So namentlich die Holzschneiderund Kartcnmaler. Anton Sorg wurde von 1466 bis 1476 einschließlichals Kartenmaler, fast gleichbedeutend mit Formschneider, bezeichnet. Zujener Zeit, und noch später, wurden Kartenmacher, Briefmaler und Brief-händler, welche alle der Kramerinnung angehörten, ebenso oft in eineKategorie von Gewerbtreibenden geworfen, wie Buchdrucker und Buch-binder. Die neuen Buchdrucker brauchten aber außerdem nicht nurSetzer, zu denen die Schreiber Wohl am besten geeignet waren, sondernzur Anfertigung ihrer Typen, Pressen und sonstigen Werkzeuge auchKistler (Schreiner), Schnitzler (Armbrustmacher) und Holzschneider. Wennnun diese Leute noch des Schreibens kundig waren und sonst Unter-nehmungsgeist hatten, so konnten sie, nachdem sie die Werkzeuge her-gestellt hatten und mit deren Verwendung vertraut geworden waren,ohne zu große Schwierigkeit auch das Setzen und Drucken lernen, wieumgekehrt die Schreiber die Anfertigung der notwendigen Utensilien.Anton Sorg ging nun als Drucker aus den Briefmalern hervor. Noch1457 zahlte er nur 7 Gros Einkommensteuer, 1464 schon 7^2 Pfundund 1466 sogar 10 Gulden. Er muß sich also ebenso früh wie Bämlererfolgreich als Drucker emporgearbeitet haben, wenngleich aus jenerZeit kein mit Jahreszahl und Namen bezeichnetes Druckwerk von ihmmehr vorhanden ist. Wieder andere traten zuerst als Buchbinder auf.So erscheint der berühmte Erhard Ratdolt von 1469 bis 1473 nur mitseinem Namen in den Steuerlisten, 1474 aber als Buchbinder Erhard,dann als Drucker, von 1486 bis 1528 sei es als Meister Erhard, seies als Erhard Ratdolt . Er zahlte zu Anfang des neuen Jahrhunderts be-reits 30 Gulden Einkommensteuer.