Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
273
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Kapitels Buchdrucker und Schreiber in Augsburg und Straßburg . 273

Etwa zu Beginn der achtziger Jahre fangen die Unterscheidungenzwischen den verschiedenen, teilweise verwandten Gewerben an, und na-mentlich treten von da an die Buchdrucker und Buchführer in denSteuerbüchern zahlreich als selbständige, voneinander gesonderte Gewerb-treibende auf. Nur ausnahmsweise wird ein namhafterer augsburgerBuchdrucker, wie der Briefmalcr Krapfenstein, welcher von 1475 bis1479 bei Günther Zainer gearbeitet hatte, noch 1486 als Schreiberaufgeführt; ein Beweis, wie lange noch einzelne Kreise an dieser für da-mals volkstümlich zu nennenden Bezeichnung der Buchdrucker festhielten.

Was sich nun von Augsburg aktenmäßig nachweisen läßt, das mußauch für andere große Städte DeutschlaUds gelten, da die innere undäußere Entwickelung der neuen Kunst überall dieselbe war. So z. B. fürStraßburg , welches nicht nur der Mittelpunkt der clsässischen Drucker-thätigkeit, sondern aucb noch im 16. Jahrhundert eine Art Buchdrucker-schule für Deutschland, Frankreich, Italien und die Schweiz bildete. Derhochverdiente straßburger Gelehrte C. Schmidt hat in seiner vortreff-lichen Schrift:Zur Geschichte der ältesten Bibliotheken und der erstenBuchdrucker zu Straßburg ", unter anderm eine Fülle von bisher un-bekannten Thatsachen veröffentlicht, welche das vom Verfasser aus denaugsburger Akten gezogene Material bestätigen und zugleich vervollstän-digen. Mehrere der ersten straßburger Drucker waren Goldschmiede,Maler, Kalligraphen . Als solche gehörten sie zur Goldschmiedezunst,die damals alle irgend einen künstlerischen Charakter tragenden Ge-werbe umfaßte und ihre Stube in der Münstergasse, in dem HauseZur Stelz" hatte. Schon frühe trifft man auf Drucker, Pressores,impressorss lidroium, von denen man nichts als den Namen kennt.Da nun die Verbreitung des Buchdrucks das Gewerbe der Kalligraphen beeinträchtigte, manche Druckereien auch zur Ausschmückung ihrer Er-zeugnisse eigene Zeichner und Jlluministen in ihre Dienste nahmen, soerlitt die ZunftZur Stelz" durch Verminderung der Zahl ihrer Mit-glieder so bedeutenden Schaden, daß die Beiträge für den Stubcnzinserhöht werdeU mußten. Nach Schöpflin soll schon 1472 im Stadtrat<Zs lege et ucirmA t^xoArapnis xraLKeridsinIg," die Rede gewesensein. Über den Gegenstand dieses Gesetzes erfährt mau leider nichts;es scheint aber, daß man die Absicht hatte, die Drucker zünftig zumachen. Ein dcsfallsiger Beschluß wurde aber erst 1502 und auch nurKapp, i. 18