Kapitel.) Eine Mailänder Berlagsgescllschaft. Aldus' Associationen. 291
nung. Der Buchdrucker Antonius Zarotus sott auch diesem Teil desGeschäfts vorstehen. Für die Mitbenutzung des ganzen Etablissementszahlen die beiden Brüder alsbald 25 Dukaten an die vier andern Gesell-schaftsmitgliedcr und versprechen ihnen außerdem als Tantieme den vier-ten Teil des Reingewinns aus den drei von ihnen besonders aufgestelltenPressen. Dieser Reingewinn wird so berechnet, daß von dem Preisejedes verkauften Buchs die dabei gehabten Auslagen an Papier, Farbe,Löhnen und andern Spesen (mjt Ausnahme der Auslagen für Pressenund Schriften) abgezogen werden und das Übrigbleibende als Gewinnangesehen wird. Von diesem ist der vierte Teil zu entrichten und zwarin barem Gelde. Außerdem erhält jeder der Kontrahenten ein Frei-exemplar dieser Bücher. Den beiden Brüdern ist cö nicht gestattet, ihrenTeil der Druckerei anderswohin zu verlegen; auch müssen sie sich überden Verkaufspreis der für sie gedruckten Bücher mit den übrigen Ge-sellschastsmitgliedern verständigen. Wie sie selbst nichts für sick druckendürfen, außer was in das Gebiet des kanonischen und Civilrechts oder derMedizin gehört, so dürfen andererseits die vier andern Mitglieder ohneGenehmigung der beiden Brüder ihrerseits, bei Strafe von 200 Dukatenfür jeden einzelnen Fall, nichts aus diesen Gebieten drucken. Sämt-liche Kontrahenten versprechen, sich gegenseitig zu unterstützen und jedeHilfsleistung für andere zu unterlassen. Ihr gesamtes eigenes Druckerei-inventar überlassen die beiden Brüder nach Ablauf von drei Iahren,bis wohin der Vertrags läuft, an Zarotus nach einer dann vorzuneh-menden Taxe.
In Venedig war es AlduS, der nachweisbar teils ans eigene Kosten,teils in Gemeinschaft mit Gesellschaftern druckte, wclcbc die Mittel zurHerstellung größerer Werke hergaben. Schon das zur Begrüuduug seinerDruckerei erforderlich gewesene Kapital hatten ihm seine Freunde undGönner, die Prinzen Carpi, vorgeschossen: doch ergeben die Quellen nicht,ob sie seine förmlichen Gesellschafter waren, Gewinn und Vertust mitihm teilten. Auch die „ll^xuerotom^elii^" druckte er 1499 uicht aufseine eigenen Kosten, wie die Vorrede dieses Buchs besagt; möglicherweisewar es aber nur ein Werkdruck für ciucn Dritten, sodaß hier kein Gcscll-schaftsvcrtrag vorlag. Dagegen schreibt Aldus selbst am 28. Oktober1499 an Marcellus Virgilius Adriani, den frühern Lehrer des berühm-ten Machiavelli und spätern Sekretär der florentiner Republik, daß er
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