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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Rcibattvcrhältnissc. Partieprcise.

sFünftes

daß er und seine Gesellschaft den Wiederverkäufen: im großen günstigeNettopreise bewilligten. Die erste zahlenmäßig belegte Angabe findet sichbei Anton Kobcrgcr, welcher in seinem Briefwechsel mit Johann Amer-bach sagt, daß er die Bibel mit der Postille des Kardinals Hugo zu10 Gulden drutto und 8 Gulden vstto abgebe, weil daS Werk bisdahin so schlecht gegangen sei. Er räumte also dem Sortimenter nur20 Prozent Rabatt ein, ein verhältnismäßig sehr geringer Nutzen, wennman namentlich die großen Spesen in Betracht zieht; allein sie beweistdoch, daß, ganz abgesehen von der Höhe, auch in Deutschland schon zuAufaug des 16. Jahrhunderts der bnchhändlerische Rabatt sich ganz vonselbst verstand. Im allgemeinen wurden aber unter Buchhändlern nurgrößere Werke zu Einzelpreisen und mit einem bestimmten Rabatt ver-handelt, kleinere und geringwertige Bücher aber die spätern sogenann-tenRiessachen" nach der Bogenzahl zum Ries- oder Balleuprcise,d. h. für 500 oder 5000 Bogen. Hierbei war es gleichgültig, ob daserhandelte Bücherquantnm aus Exemplaren eines und desselben Buchs,oder aus den verschiedenartigsten Werten bestand. Dieser Ballcnpreistrat übrigens auch beim Bezüge größerer Werke ein, sobald es sich umgrößere Partien derselben handelte. Mit vollster Bestimmtheit sprichtsich dieser gencrische Unterschied bei der Verrechnung in den Bestim-mungen des Vertrags der Bescher vou Pantzschmcmns Buchhandel inLeipzig mit ihrem bisherigen Geschäftsführer Gregor Jordan vom Jahre1519 aus:Was auch viel gedachte vorkäuffcr von Quattern Werg"darunter ist eben die Kleiulittcratur verstandenwerden drucken lassen,daruou sollen sy Grcgorio 250 quatern, duern oder dritten:, wie sy dangedruckt sein vor ein Gulden geben. Lassen sie aber große Bücher drucken,der ehns über ein gülden wert, so sollen sie hm dieselbigcn an eyuemgülden zwicr groschcn mehr lassen, dann einem frcmbdcn, uf daß er yrendruck znvcrtreibcn destcr mehr vleis 'hat." Diese zuletzt erwähnte Extra-provision von nicht ganz 10 Prozent für den ältern Verlag erhielter nur 5 Prozent bezicht sich aus den Absatz an andere Buchhändler.Wie hoch der regelmäßige Rabatt war, wird nicht ausdrücklich gesagt.Daraus aber, daß Jordan für kommissionsweise zn vertreibende pragerBreviere nur 17 Prozent erhielt, darf kein Schluß gezogen werden, denndiesen Artikel verhandelte die Gesellschaft selbst nur für Rechnung der WitweJohann Schmicdehofers, wollte daran selbst noch verdienen. Das ergibt