310
Berühnite Knstigatorcn und Korrektoren.
^Fünftes
Welche Mühen und Kosten Johann Amerbach für denselben Zweck auf-wandte, wurde schon im zweiten Kapitel angedeutet und wird am bestendurch den interessanten Briefwechsel nachgewiesen, welchen er währenddes Drucks der Bibel und der Postille des Kardinals Hugo mit AntonKoberger führte; den Text der Werke des heiligen Augustinus stellte dergelehrte Friese Augustus Dodo, Kanonikus an St. Leonhard, für ihnwieder her. Als Amerbach 1509 eine Ausgabe der Werke des heiligenHieronhmus plante (welche übrigens erst 1516 erschien) und einesMannes bedürfte, der alte griechische Handschriften entziffern konnte,wandte er sich an Reuchlin und begründete seine Bitte um Unterstützungmit den Worten: „Wenn Du mich verlässest, weiß ich keinen andern in.Deutschland, der mir helfen könnte."^ Auch Sebastian Brant besorgtewährend seines Aufenthalts in Basel Korrekturen für Amerbach, warindessen in dieser Eigenschaft auch bei andern Verlegern thätig. Derspätere Reformator Philipp Melanchthon trat, ein kaum siebenzehnjährigerJüngling, 1514 bei Thomas Anshelm in Tübingen gleichfalls als Kasti-gator und Korrektor ein und war bis 1516 anhaltend für dessen Pressenthätig. So hat er acht lateinische Werke für ihn durchgesehen und korri-giert, darunter Nauclers Chronik und eine Ausgabe der Komödiendes Terenz von 1516. Auch später noch stand Melanchthon mit Ans-helm in regem Verkehr, besuchte ihn in seinem Laden auf der frankfurterMesse , gab seine Adresse dort an und setzte auch seine Beziehungen zuihm fort, als Anshelm 1518 nach Hagenau verzogen war. Melanch-thons unmittelbarer Vorgänger bei diesem war Johannes Hiltebrand,Professor Artium an der tübinger Universität, welcher sich mit StolzLastiMtor L1ia,1ooZrg.xdig.s ^nsliöllliitaiiÄS nannte und nennen ließ.Er sah namentlich zwischen 1511 und 1514 lateinische und griechischeGrammatiken, sowie auch die „Lxistolas virorum els-roruin" durch. ^Konrad Pellican (1478 bis 1556) erzählt mit rührender Bescheidenheit inseinem „Chroniken", wie der baseler Drucker Adam Petri und Frau ihm imFrühjahr 1523 umsonst Speise und Trank gegeben hätten. Dafür aber be-zahlte Petri die wertvollen Dienste nicht, welche ihm Pellican als Korrektorbei drei verschiedenen Nachdrucken von Luthers Bibel leistete. Auch Chri-stoph Froschauer in Zürich verstand es, wie die baseler Druckerherren, ganzvortrefflich, Pellican gegen gar kein oder nur geringes Honorar für Terteö-durchsichten, Korrekturen oder Inhaltsverzeichnisse auszubeuten."