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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
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Kapitels Anton Kobergers Briefwechsel mit Amerbnch und Pctri. 343

vergeudete die Zwischenzeit übrigens nicht mit unnützem Warten, sondernbenutzte sie zu den nötigen Vorbereitungen, namentlich zur kritische»Textesrevision, während Kobcrger die verschiedenen Handschriften beschaffteund das für die Herstellung erforderliche Papier in Basel und Straß-burg besorgte. Die Vollendung des siebenbändigen Werks nahm nichtganz fünf Jahre, 1498 bis 1502, iu Anspruch, sodaß auf jedes Jahretwa 1^/2 Bäude fielcu. Der erste derselben wurde fertig im Herbst1498, der zweite und dritte in derselben Jahreszeit 1499 und 1500, dervierte im Frühling 1501 und der siebente um Martini 1502. Diesieben Folianten enthalten durchschnittlich je 1200 zweispaltige Seiten von70 Zeilen und sind auf starkem, schönem Papier gedruckt, welches nochheute wie neu aussieht. Gedruckt wurden 1600 Exemplare, welche Kobergerübrigens aus Furcht vor Nachdruck und der größern Sicherheit wegenerst nach Vollendung des Ganzen ausgab, wie er denn auch währenddes Drucks jeden Band ängstlich gehütet hatte. Jene Furcht war nurzu sehr begründet. Originalwerke gab es damals nur wenige. Wennnun die Herstellung der damals vorwiegend gedruckten Bibelausgaben,scholastischen Kommentare, Kirchenväter, Klassiker uud Schulbücher nichtals Nachdruck bezeichnet werden konnte, solange, nur die Wiedergabe einerwörtlich abgedruckten Originalhaudschrift in Frage kam, so stellte sich dasVerhältnis doch anders, wenn die Verleger, vielfach in derselben Stadt,wie z. B. in Basel , die von ihren Kollegen kritisch gesichteten und be-arbeiteten Ausgaben nachdruckten. Um nun diesem Unfug vorzubeugen,trafen schon damals wie noch heutigentags in Ländern, welche unterUmständen das Verlags- oder Autorenrecht nicht schützen die größeruBuchhändler in ihrem eigensten Interesse Verabredungen untereinander,wonach der eine kein. Werk drucken sollte, welches der andere bereits zudrucken angefangen hatte. So traf unter andcrm auch Kobcrger durchVermittelung Amerbachs schon auf der frankfurter Herbstmesse des Jahres1495 mit Nikolaus Keßler in Basel ein Übereinkommen dahin, daß keinervon ihnen etwas drucken solle, was der andere bereits in Angriff ge-nommen oder fertig gestellt habe. Er ließ ihm deshalb am 17. Mai 1496durch Amerbach sagen, daß er vor einem Monat denMeffreth" (Lsr-llionss NkttretK alias orwlus rsZing.6"), welchen Keßler schon 1487und 1488 verlegt hatte, zu drucken angefangen habe, daß er aber soforteinhalten werde, falls Keßler ihn lieber selbst drucken wolle. Keßler trat