Kapitel.) Anton Kobergcrs Briefwechsel mit Amerbach und Petri. 349
rungen und in der Beschaffung der Mittel zur Bezahlung seiner Verbind-lichkeiten. Trotz aller Bemühungen, Aincrbach pünktlich zu befriedigen,war es ihm mehrmals unmöglich, bares Geld zu beschaffen oder Wechselauf Basel anfzntreiben. Bis zum Eude des Jahrhunderts ging allesglatt ab; ja, Koberger zahlte Amerbach im Frühjahr 1499 sogar dienicht unbedeutende Summe von 390 Gulden eine Messe früher, als ur-sprünglich verabredet worden war, und in der Herbstmesse 1499 hatteer sogar 600 Gulden mehr bezahlt, als er damals schuldete. Im Anfangihrer Verbindung deckte er seine Rechnungen bei Amerbach durch lhonerWechsel auf Basel , mit deren Ankauf bei der lebhaften und verhältnis-mäßig sichern Verbindung zwischen beiden Städten geringere Gefahr unddeshalb auch ein wohlfeileres Agio verbunden war. Außerdem aber hatteKoberger in Lyon auch ein großes, damals stets bares Geld einbringen-des Lager, dessen Verwaltung nach einem Briefe vom 22. Oktober 1498sein Faktor Siriacus Hochwerck (bei Hanssen von Michelstadt zu Her-berg) und später sein Neffe Hans, Sohn des Bäckers Sebald Koberger,des ältern Bruders Antons, besorgte.
Im Frühjahr 1500 schrieb Koberger au Amerbach, daß er wegender in Frankfurt und in seiner Nachbarschaft drohenden Fährlichkeitendie dortige Messe nicht besuchen und auf ihr auch keine Zahlung leisten,wohl aber zur Ostermesse uach Lyon gehen und ihm von hier aus 1000Guldeu anszahlcn werde. Es war damals sicherer, das Geld von Lyonnach Basel, als von Frankfurt nach Basel zu schaffen, namentlich konnteman es zuverlässigen Kaufleuten in Lyon einhändigen, welche es in Basel wieder auszahlten. Den Verlust an Agio mußte freilich Amerbach tra-gen, denn Koberger schrieb ihm: „Ich kann Euch nicht Gulden in Goldzu Lyon geben, sondern soviel für einen Gulden als ziemlich und wieder gemeine Laufst in der Zahlung ist. Ich bitte Euch, lieber MeisterHans, wollet zu diesem mal für gutnchmen uud Patienz mit mir haben,denn es wird mir wahrlich jetzund schwer. Demnächst kommt die nörd-lingcr uud straßburger Messe, so will ich aber thun, so viel mir möglichist. ES geht wahrlich allenthalben kümmerlich, auf dem Land Bücherzu verkaufen. Ich habe meine Werkstatt ganz abgestellt und drucke garnicht."
Bald daraus reiste Koberger wirklich nach Lyon und zahlte lant Briefvom 19, Mai 1500 bei Konrad David 600 Gulden bar unter der Be-