348 Anton Kobergers Briefwechsel mit Amerbach und Petri. ^Fünftes
Schaden leiden. Bei Schluß des Briefs erhielt Koberger endlich fünfFässer, aber fast ganz durchnäßt und „etliche ganz erdrunken". Er bittetdeshalb dringend, daß Amerbach nur gute Fässer nehme, namentlich aberfür die „Lxeraxla.rig". Auch am 17. Juni 1501, wie fast bei jederspätern Sendung, klagte Koberger wieder wegen der zu leichten Fässer.Schließlich forderte er Amerbach auf, in Basel Leder zu kaufen und dieBücher darin zu verpacken, da sie in Ballen sicherer als in solchenschwachen Fässern versandt werden könnten. Amerbach aber entzog sichdiesem Ansinnen dadurch, daß er von Koberger verlangte, er möge ihmLeute senden, welche solche Ballen zu packen verständen. So blieb esdenn doch bei der gefährlichen Versendung in Fässern.
Gab es aber erst Krieg oder Fehde, so wurde ein verheißungsvollaussehendes Faß einfach zerscblagen, in den Büchern nach Geld gesuchtund dabei der Inhalt so zugerichtet, daß er unbrauchbar wurde. Anderartigen Überraschungen fehlte es namentlich zu jener Zeit und anchspäter nicht. „Die drei Faß mit Augustinus ", schreibt Koberger am9. Mai 1506 an Amerbach, „die mein Neffe zu Basel hat aufgegeben,sind am heutigen Datum angekommen. Es ist mir kümmerlich damitergangen. Als der Fuhrmann in die Nähe von Wimpfen gelangte,wurde er gefangen und samt dem Wagen von der Straße weg in einenWald geschleppt. Da haben sie die Fässer aufgeschlagen und darin nachGeld gesucht. Nachher ist Regenwetter eingefallen und sind die Bücherwohl halb schadbar geworden und erdrunken. Das ist mein Gewinn,der geht also weg. Ich muß Patienz haben." Wenn aber Fehden oderansteckende Krankheiten selbst nur in einem kleinen Gebiet wüteten, solag der Verkehr so gut wie ganz danieder, und es fand dann gar keineWarenbeförderung statt. Zu all diesen Fährnissen - gesellten sich dannnoch die steten Schwierigkeiten der geschäftlichen Korrespondenz. Beiwichtigen Besprechungen besuchten zwar Verleger und Drucker einanderoder verabredeten eine Zusammenkunft auf der frankfurter Messe; in ge-wöhnlichen Zeiten aber wechselten sie Briefe und Aufträge durch denFuhrmann oder sandten sich auch einen besondern Boten', sicherheitshalbersogar doppelte Boten, nach Basel oder Nürnberg , die freilich Wochenzur Besorgung ihres Geschäfts brauchten.
Natürlich bereiteten derartige trostlose öffentliche Zustände Kobergerauch große Schwierigkeiten in der rechtzeitigen Einziehung seiner Förde-