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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kapitel.) Anton Kobergcrs Briefwechsel mit Amerbach und Petri. 347

steint jedoch nicht gefruchtet zu haben, denn am 19. August 1502 be-auftragte Koberger seinen Geschäftsfreund, in Basel gutes Papier zukaufen, falls es dort, wie sein Neffe Hans ihm schreibe, zu sechs Guldenfür den Ballen zu haben sei. Anfang 1502 lieferte jedoch Brechterwieder 25 Ballen Mediän an Amerbach, die diesmal als gut befundenwurden.

Ebenso wenig waren Abgang und Ankunft der verladenen Sendungenmit Gewißheit vorher zu bestimmen und noch weniger der Zustand, inwelchem sie eintreffen würden. Da Handschriften und Bücher, wie ge-sagt, in Fässern befördert wurden, so hing der unbeschädigte Eingangder Ladung stets von der Sorgfalt des Fuhrmanns und der Gewissen-haftigkeit des Faßbinders, von der Gunst des Wetters und den politi-schen Verhältnissen ab. Fast bei jeder Sendung beklagte sich Kobergerüber die schlechte Beschaffenheit der Fässer. Waren diese nicht fest oderstark genug oder regnete es viel, so gingen die kostbarsten Bücher zuGrunde und die einzelnen Werke mußten um einen viel geringern Preiserkauft werden, wenn auch die durchnäßten Lagen auseinander genom-men, getrocknet und dann wieder zusammengetragen und von neuein kol-lationiert wurden. Die Reise der Fuhrleute von Nürnberg über Straß-burg nach Basel und wieder zurück dauerte damals volle fünf Wochen.Dabei fuhren sie immer erst vom jeweiligen Ausgangsplatze ab, sobaldsie volle Ladung hatten, weshalb dcnu Koberger auch stets mahnte, Amer-bach möge für volle Ladung sorgen, damit der Fuhrmann nicht aufge-halten werde.Er hoffe", schreibt Koberger z. B. am 22. Oktober 1498an Amerbach,daß er für den Fuhrmann HanS von Dorlach so vielgeladen habe, als er laden könne; er, Koberger, eile und treibe so stark,weil er die Bücher gern bei gntem Wetter nach Nürnberg gebracht zusehen wünsche." Einige Tage später, am 26. Oktober, meldet er dieglückliche Ankunft einer Sendung in Nürnberg , erneuert aber seine Bitte,daß Amerbach ja für recht gute, starke Fässer sorgen möge.Wennjetzt schlechtes Wetter geweseu wäre, so hätte ich einen großen Schadengehabt, denn die gesandten Fässer sind zu dünn von Holz, die Daubengingen auseiuauder und es drang das Wasser ein." Ain 1. Februar1503 schreibt Koberger an Amerbach, daß er noch kein Faß von ihmerhalten habe; er wisse nicht, wo die Fuhrleute steckten, und höre vongroßem Wasser Wenn sie noch lange ausblieben, so würde er großen