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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Anton Kobcrgcrs Briefwechsel mit Amerbach und Petri. ^Fünftes

und deren leihweise Berabfolguug erwarte. In diesem Falle solle dergenannte Neffe sie selbst nach Basel bringen. Am 21. März 1502 end-lich bemerkt Koberger, daß Amerbach nach des jungen Kobergcr Mit-teilung noch das ExemplarLuxsr ^.xostoluzzi" fehle. Er habe das-selbe hier in derLibrereh in Nürnberg " gefunden; es sei schön undrichtig geschrieben und es werde für Amerbach hoffentlich brauchbar sein.Er, Koberger, habe auch allenthalben in den großen undnamhaftigelt"Klöstern im Schwabenland nachforschen lassen, aber nichts bekommen;doch solle Amerbach keinen Mangel mehr an Exemplarien haben, damitdas Werk endlich zum Abschluß komme.

Kaum geringer als diese Schwierigkeiten der Drucklegung waren die,die Fertigstellung der Arbeit verzögernden Hindernisse. Wegen des Papiersentstanden gleich von 'Anfang an unliebsame Stockungen, welche selbst-redend auf den gesamten Fortgang der Arbeit störend einwirkten. Sowaren die ersten 25 Ballen, welche Koberger Anfang des Jahres 1497durch Konrad Meyer aus Straßburg nach Basel senden ließ, dem Musterzuwider im Format zu klein, kurz nicht zur Zufriedenheit beider Ge-schäftsfreunde ausgefallen. Koberger bat deshalb Amerbach, Meyer dieganze Sendung gegen, Erstattung aller Auslagen, einschließlich des Zolls,zurückzugeben. Auch Ende 1498 kam das bei Anton Bruder in Epinal bestellte Papier nicht rechtzeitig in Basel an, da in jenem Orte die Pestwütete und infolge dessen alle Arbeit stockte. Um nun nicht eine zulange Verzögerung des Drucks eintreten lassen zu müssen, kaufte Amer-bach zu Basel auf Kobergers Rechnung Papier und war im Herbst 1499mit dem Betrage für 143 Ballen im Vorschuß. Von da au schickteKoberger wieder regelmäßig, verwies aber Amerbach, falls seiue Sen-dungen, meist 13 bis 14 Ballen, nicht rechtzeitig ankommen sollten, aufFriedrich Brechter iu Straßburg , der stets für seinen Bedarf sorgenwerde. Nunmehr kam das Papier zwar regelmäßiger an, fiel aberwiederum nicht immer nach Wuusch aus. So bittet z. B. Brcchter, als ereine neue Sendung nach Basel machte, in einem Briefe vom 17. Dezember1501 Amerbach, er möge docheyn mytliden haben des bapiers halber".Dieser aber beschwerte sich bei Hans Koberger über die schlechte Ware.Anton Koberger entschuldigte sich am 21. März 1502, zugleich aber mel-dete er Amerbach, daß er dem Brcchter gehörig die Meinung gesagt habe. und daß dieser fortan sicher nur gutes Papier schicken werde. Der Rüffel