Kapitel.) Anton Kobergers Briefwechsel mit Amerbach nnd Petri.
355
hab ich gern vernommen und wil ewer beyder also warten und hoffendsein. Doch so es euch woll füglich ist und ewer sach wol zw end gerichtHand, do mit das jr mitt guter rwe (Ruhe) mogtt hie sein, So wollenwir ob gott wil mit ein ander frölich sein vnd all vnser rechenschafftmitt gutter muß schlecht vnd eben machen. Und bitt euch beyd, So euchgott herhilfft, Das jr an kein ander end wollet einreitten, den jn meinHauß vnd wollet bey mir für gut nehmen." Diese Zusammenkunft fanddann auch im Dezember 1502 oder im Januar 1503 statt, denn schonin einem Briefe vom 9. Februar 1503 spricht Koberger von AmcrbacksAbschied von Nürnberg . Sie hat offenbar nur zu einer Vereinbarungüber einen Neudruck des Hugo, und zwar auf Kobergers ausschließliche Kosten, geführt; von gemeinsamen Unternehmungen schweigen wenig-stens die Briefe für die nächste Zeit, nachdem der gelehrte Amerbachund Petri ihrem Geschäftsfreunde (?) Koberger das Messer an die Kehlegesetzt hatten. Es wurde beschlossen für den Satz neue Schrift undfür den Druck gutes Papier anfertigen zu lassen.
Dieser unmittelbar nach Ausgabe der ersten Auflage des Hugo be-gonnene Neudruck erwies sich, wie von vornherein fast zu erwartcu, sehrbald als ein äußerst schlechtes Geschäft. Er brauchte zu seiner Vollen-dung nur zwei Jahre und erschien bereits im Herbst 1504. Die ersteAuflage war kaum halb vergriffen, als die ersten Bände der neuen ansLicht traten. Um das Werk verkäuflicher zu machen, ließ Koberger einausführliches Inhaltsverzeichnis zur ersten Auflage anfertigen; indessenwurde es wenig verlangt, weil die Käufer gleich die zweite haben wollten.Diese war übrigens viel weniger sorgfältig gedruckt. Koberger fand inseinem Briefe vom 14. Oktober 1505 die Arbeit „caduc und unfleißig,____so Wirt das werck noch vnkewfflicher werden". Der verzweifelnde Ver-leger, der gleichzeitig infolge des Daniederliegens des Geschäftsgangsmit schweren Gcldbcdrängnissen zu kämpfen hatte, tadelte jetzt Amerbach,daß er ihm den Hugo zu sehr angepriesen und ihn dadurch zu diesemUnternehmen bestimmt habe. Überall im Lande herrschte „Sterb, Tewe-rung und Krieg", sodaß es auch gauz vergeblich war, wenn Kobergerseine Faktoren anwies, den „Hugonem flux hinzugeben". Erst im Som-mer 1504 fing das Werk an allgemeiner bekannt zu werden und größereVerbreitung zu finden. Koberger überzeugte sich jetzt, daß er besser ge-than haben würde, wenn er mit dem zweiten Druck noch ein paar Jahre
23*