356 Anton Kobergers Briefwechsel mit Amerbach und Petri. Mnstes
länger gewartet hätte. Seine ständige Bitte aber an Amerbach gingdahin, er möge mit dem Neudruck langsam vorgehen, lieber die WerkeAugustins in der Zwischenzeit vollenden und ihn zu Kräften kommenlassen. Diese Bitte fruchtete aber bei den baseler Herren nichts. In derschweren Kriegszeit, die auch ihr Geschäft drückte, war es ihnen natür-lich doppelt bequem, in Koberger den Mann zu haben, der ihre Pressenin ununterbrochener Thätigkeit erhalten mußte und ihnen selbst dadurchzugleich indirekt die Mittel für ihre sonstigen Unternehmungen lieferte.Ununterbrochen ging der Neudruck von statten, ununterbrochen gelangtenMahnungen über Mahnungen an Koberger, welche ihn die ganze Bitter-keit der eingegangenen Verbindlichkeiten fühlen ließen.
Wahrhast rührend sind die Briefe Kobergers vom 12. August, 9. Ok-tober und 20. Dezember 1504; sie lassen seine verlegenheitsvolle geschäft-liche Lage klar hervortreten und sind bezeichnend für die damalige poli-tische Lage. Amerbach hatte sich wieder einmal wegen der ausbleibendenGeldsendungen beklagt. Koberger antwortete darauf: „Ich habe Euchvor acht Tagen geschrieben, daß Ihr jemand nach der frankfurter Messeschicken sollt, und habe mich zu derselbigen Zeit versehen, es sollte Messezu Frankfurt worden sein. So sind die Kriegslewfst seit der Zeit nochheftiger worden, also daß ich mich versieh, daß ganz keine Messe zuFrankfurt werd und sonderlich niemand von hier aus dieser Stadt Nürn-berg dahinkommen wird. Denn die Fürsten wollen nicht geleiten undist ein jämmerlich Wesen in diesen Landen. Gott der Allmächtige wolleuns verleihen seinen göttlichen Frieden. Also daß Ihr niemand von meinwegen nach Frankfurt schicken dürft, wenn ich kann nicht dahin kommen,noch keinen Diener dahin senden. Auch kann ich keine Bücher dahin-bringen, Geld Euch auszurichten in dieser frankfurter Messe ist mirwahrlich nicht möglich. Ich versieh mich nicht 1 Gulden aus dieser Messe.Ich bitte Euch, die Fässer bei Euch zu behalten, bis die Zeiten besserwerden und sie nur gegen meine Anweisung abzusenden. Ich besorgeaber daß das Ding noch lang kein Ende nehmen wird. Etliche, so da-von reden, sind ver Meinung, es hab noch nicht recht angefangen.Der allmächtige Gott verleihe uns seinen göttlichen Frieden. Amen!"
Amerbach beschwerte sich kurz nach Empfang dieses Schreibens dar-über, daß ihm der Diener Kobergers nur 300 Franken als Ertrag derlyoner Augustmesse gesandt habe, während letzterer ihm 600 Gulden an-