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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kapitel.) Anton Kobergers Briefwechsel mit Amerbach und Petri. 357

zuweisen Auftrag gegeben hatte.Ich weiß wohl" schreibt der Verlegeran den Drucker,was unsers Vertrags Inhalt ist, und bedenke das wohlso oft, als Ihr das mögt bedenken, und ist mir eine besondere Pein,daß ich Euch nicht halten kann und mag, als ich Euch verschrieben bin,aber es ist ohne meine Schuld, sondern der schweren Kriegslewfft, diein mittlerer Zeit vorgefallen sind, also daß der Handel allenthalbenniederliegt. Ich kann meinen Dienern nichts zuschicken, was sie vonBüchern notdürftig sind. So können sie nicht Geld lösen und ist einweitlewfftiger Krieg, was niemand so gut weiß als die, die im Handelsind. Man schafft allenthalben nichts, und darum, lieber Meister Hans,wollet Mitleiden mit mir haben. Alles das, so ich kann und mag zuGeld bringen, will ich Euch schicken und Euch wissen lassen, was Ihrvon Geld auf mich nehmen mögt So wißt, daß ich einen Diener zuFrankfurt gehabt habe. Der hat 300 Gulden aus Schuld bracht, abernicht über 10 Gulden aus Büchern gelöst, denn es ist eine arme Messegewesen. Hab ich die 300 Gulden nicht heraus mögen bringen, sondernich habe sie müssen auf Wechsel geben bis auf Weihnachten . Was mirdenn jetzund zu lehbczig (Leipzig ) gelöst wird, muß jch ein ganz JahrZeit dazu geben, will ich Gold haben. Denn da zahlt man jedermannmit Münze 21 Groschen für 1 Gulden. Will ich Gulden in Gold haben,so Muß ich geben 23^/» oder 24. Das mag der Handel nicht ertragen.Auch ist es also worden in dem Land zu Polen und in Ungarn , daßman 4 oder 5 Groschen auf ein Gulden verlieren muß, wer Gold willhaben. Aber ich will Schaden leiden und thun, was ich mag, damit,daß ich Euch zufrieden stelle. Item schrieb meinem Diener auff Frank-furt, ob jemand von Euretwegen wäre zu Frankfurt , dem sollt er solch300 Gulden überantworten. Also ist niemand dagewesen, aber auf Weih-nachten mögt Ihr 300 Gulden auf mich zu Wechsel nehmen, die willich ausrichten. Aber mein Rat ist, baß Ihr solch Geld bar einnehmt,nicht, daß die Kaufleute hier das Gelö nehmen und Kaufmannschaft kaufenund Euch erst darnach wollen Ausrichtung thun, so sie die Güter aufBasel bringen. Denn es ist hier herum viel zu sorglich (gefährlick). DieWagen werden genommen und wenn die Güter genommen werden, sowollte man Euch vielleicht darnach nichts ausrichten. Das wäre nichtfür Euch noch für mich, und darum ist nichts besseres, denn das Ge-wissespielen (das Sichere zu wählen)."