Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
354
Einzelbild herunterladen
 
  

354 Anton Kobergers Briefwechsel mit Amerbach und Petri. fFünftes

nicht lange währen. Der Druck war nämlich noch nicht einmal beendet,geschweige denn das Buch ausgegeben, als Amerbach in mehrern Briefenan Koberger schrieb, daß man den Hugo nachzudrucken gedroht habe. Seineerste dcsfallsige Nachricht stammt aus dem Februar 1502. Von wem undvon wo diese Drohungen ausgingen, verschweigt er, trotz Kobergers wieder-holter besorgter Anfragen; vor der Hand wollte es Amerbach wohl mitdiesem nicht verderben und begnügte sich mit dunkeln Andeutungen. Manbraucht aber nicht weit zu suchen, um die Urheber zu finden. Es warenAmerbach nnd Petri selbst, welche Arbeit für ihre Pressen brauchten undsich einen neuen Auftrag von Koberger erpressen wollten. Abgesehen da-von, daß sie nach dem oben geschilderten Komvlot Wohl die Männer waren,zu denen man sich der That versehen konnte, so deckten sie auch ihre Kar-ten bald ganz offen auf. Zunächst teilten sie schon Kobergers NeffenHans zu Anfang 1502 mit kluger Berechnung mit, daß sie den Hugo,die(-lossg, or<Zing,rig." und die Werke des heiligen Augustin, wennAnton Koberger damit einverstanden sei, auf gemeinschaftliche Rechnungherstellen und vertreiben wollten; zugleich aber erklärten sie sich bereit,mit ihm die Einzelheiten des Plans zu vereinbaren. Natürlich war dieseMitteilung nur darauf berechnet, den Verleger zu ködern, welcher, vonseinem Neffen benachrichtigt, durch ein derartiges Lont0-ä,-imstg,-Geschäfteher dem unbefugten Nachdruck des Hugo vorbeugen zu können hoffteund umgehend von den Baselern genaue Mitteilung ihrer Bedingungenverlangte. Die Verhandlungen schwebten während des ganzen Jahres1502. Amerbach spielte jetzt, nachdem Koberger seine Bereitwilligkeit er-klärt hatte, den Zögernden und that, als ob er zu alt und gebrechlichsei, um solch wcitaussehende Unternehmungen in Angriff zu nehmen. Jelänger er hinhielt, desto hitziger wurde Koberger. Dieser suchte am 24. Ok-tober 1502 die angeblichen Bedenken Amerbachs mit dem Vorschlage zubeseitigen, daß man ja vorläufig nur mit einer Presse anzufangen und erstdann energisch im Druck fortzufahren brauche, wenn Amerbach sich zu demWerke wieder geschickt fühlen werde. Jetzt hatten die beiden baseler Drucker-herren Koberger da, wo sie ihn haben wollten. Sie meldeten ihm, daßsie zur mündlichen Verabredung über die gemeinschaftlichen Pläne undden Neudruck des Hugo demnächst in Nürnberg eintreffen würden.Dasjr mit sampt meister Haussen Peter (Petri) her uff Nurmberg kommenwollt", schreibt Koberger an Amerbach am 20. November 1502,das