energisch unterdrückt?, Druckerstrikes mannigfach den Geschäftsgang undden Absatz, — es bemächtigte sich auch sehr bald der Nachdruck desAldusschen Verlags. Er stürzte sich auf d-ic neuen handlichen Klassiker-ausgabeu und trieb sein unsauberes Gewerbe ungescheut nicht allein inder Ferne, wie in Lyon und in Tübingen, beziehungsweise Köln , sondernsogar in nächster Nähe, wie in Fano und Florenz . Aldus hatte zwarschon 1495 für den ersten Band seines Aristoteles ein Privilegium vomvenezianischen Senat erhalten; indessen- scheint es mehr als Schreckschußgedient und keine praktische Anwendung gefunden zu haben. Von wirk-licher Bedeutung wurde die Frage erst, als jene handlichen Ausgabenzu erscheinen begannen. Aldus erbat also im Oktober 1502 vom Senatein neues Privilegium und erlangte ein solches auch am 13. Novemberdesselben Jahres auf zehn Jahre. Es findet sich vollständig abgedrucktin der Ovid -Ausgabe von 1502 und gewährt dem Nachsuchenden Schutz,nicht allein gegen das Nachschneiden der von ihm erfundenen Kursiv-schrift, sondern auch gegen Nachdruck eines jeden von ihm gedrucktenoder noch zu druckenden Werks. Den Zuwiderhandelnden traf Konfis-kation des Werks, oder der Exemplare, sowie eine Geldstrafe von 200 Du-katen für jeden einzelnen Fall der Nachbildung. Papst Alexander VI. bestätigte dieses Privilegium am 17, Dezember 1502, Julius II. er-neuerte es am 27. Januar 1513 auf 15 Jahre und dehnte es unterAndrohung der Strafe der Exkommunikation auf die ganze Christenheitaus; Leo X. bestätigte es endlich nochmals am 28. November 1513.
Leider halfen diese Privilegien so gut wie gar nichts. Venedig besaßein zu kleines Gebiet, als daß es sonderlich ins Gewicht gefallen wäre.Der übrigen Staaten und Staatchen waren zu viele in dem damaligenItalien , als daß es durchführbar gewesen wäre, bei jedem einzelnen umein Privilegium einzukommen; die Kirche aber hatte nur in außerordent-lichen Fällen ein Interesse am Einschreiten. Noch weniger vermochteAldus dem Übel durch sein „Nonituia in I^uzäunsusss I^xc>Ars>xIi08"abzuhelfen, welches er am 16. März 1503 gegen die dortigen Nach-drucker erließ. Es geht aus demselben hervor, daß damals schon seinVirgil, Horaz, Juvenal, Persius, Martial, Lucian, Catull , Tibull. Pro-per; und Terenz mit einer der seinigen nachgeschnittenen, nur etwasplumpern Kursiv, ohne Angabe eines Druckorts, Verlegers und derJahreszahl in Lyon nachgedruckt waren. Die wiederholt aufeinander-K-pp. i. 25