390
Erasmus' Arbeiten für Proben,
sSechstcs
An den Papst Leo X. aber schrieb Erasmus am 29. April 1515„Es ist schon lange das große Werk in Arbeit. In Basel , im Landeder Rauraker, entsteht von neuem der ganze Hieronymus und zwarin Frobcns Werkstatt, der zuverlässigsten von allen, aus der am meistenBücher hervorgehen, zumal solche, die sich auf religiöse Dinge beziehen.Am meisten haben die Gebrüder Amerbach dazu beigetragen, daß aufihre Kosten und mit ihrer Arbeit im Berein mit Froben das Werk voll-endet, wird. Dies Haus scheint zu diesem Zweck vom Schicksal selbstdazu bestimmt, den Hieronymus wieder aufleben zu machen. Derwackere Vater hatte seine drei Söhne zu dem Zweck im Griechischen,Lateinischen und Hebräischen unterrichten lassen. Er selbst empfahl beiseinem Tode seinen Kindern dies Studium gleichsam als Erbe; alleseine Mittel wandte er auf dies Werk. Die wackern Jünglinge besorgendas vom Vater empfohlene schöne Werk eifrig."
Die Herausgabe des Hieronymus, welcher ein Mann wie Eras-mus fördernd zur Seite stand, bildete ein großes Ereignis in der da-maligen gelehrten Welt. Man verfolgte die Fortschritte des Drucksmit der gespanntesten Teilnahme, berichtete einander davon wie vonetwas Ungewöhnlichem und suchte nach außen hin dem mutigen Ver-leger die Wege zu ebnen.
So schreibt unter andern? Michael Hummelsberger am 30. August1516 an Froben: „Konrad Peutinger hat dem Ägidius Remus, seinemMitbürger und Verwandten, Beatus Rheuanus hat mir mitgeteilt, daßDu jetzt des göttlichen Hieronymus Werke druckst, des trefflichen Er-klärers der heiligen Wissenschaften, die Du aus allen BibliothekenEuropas zusammengebracht hast. Zugleich haben sie mich dringend ge-beten, vom Papste Leo ein Privilegium zu erwirken, wonach niemandinnerhalb fünf Jähren jene irgendwo drucken darf. Wir haben es fürrecht gehalten, Dich mit allen unsern Kräften zu unterstützen, dem Peu-tinger und Rhenanus den Gefallen zu thun und überhaupt bei so einemfrommen, d-r wissenschaftlichen Welt nützlichen Werk behilflich zu sein.Besonders wollten wir dem Erasmus von Rotterdam, dem gebildetstenMann der Deutschen, der nicht geringe Mühe auf diese Ausgabe ver-wendet, zu Gefallen sein. Damit wir um so leichter und mit geringernKosten dies erreichten, haben wir uns der Hilfe der hochgebildetenMänner, Stephanus Rosirus aus Augsburg und des Jakob Ouestenberg