Kapitel.) Der litterarische Kampf gegen die Dunkelmänner.
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brauch znsaimncngeraffter und schlecht verstandener Stellen aus Aristoteles und der Bibel, die zur Zeit herrschende Roheit und Schamlosigkeit derSitten, wenn auch mit einem geistlichen Gewände umhüllt, waren in diesenBriefen so treffend nach dem Leben geschildert, daß jedermann die Origi-nale zu erkennen glaubte. Die Bettclmöuche in England jubelten im gutenGlauben, eine Schrift zu ihren Gunsten und gegen Rcuchlin in Han-den zu haben, und in Brabant kaufte ein Dominikancrprior eine Anzahlvon Exemplaren zusammen, um seinen Obern ein Geschenk damit znmachen. Erst der letzte Brief des zweiten Teils, der aus dem Ton derIronie in den der Jnvcktive fällt, öffnete den guten Leuten die Augen. ^Männer wie Thomas Morus dagegen äußerten ihr Entzücken über dieBriefe; Ercismus hatte eine solche Freude über dcu ersten Teil und lasihn unter Freunden so oft vor, daß er ihn beinahe auswendig wußte.Ja selbst am päpstlichen Hofe war man längere Zeit ehrlich und geistreichgcnng, das Treffende dieser Satire anzuerkennen. Luther dagegen, demfreilich jeder Sinn für Humor fehlte, fand die Angriffe übertrieben undnannte sie sogar albern.^
Übrigens beschränkte sich die litterarische Bewegung im Reuchlin-Strcite nicht auf diese hervorragende Leistung. Die publizistischen Wasfcnhieben überall schneidig und wuchtig darein. Die zahlreichen Schriftenzur Verherrlichung Reuchlins und die auch der Zahl nach unbedeuten-dem Gegenschriften der Kölner beweisen, wie mächtig dieser Streit nament-lich von 1512 bis 1517 alle Kreise ergriffen hatte und wie tief er inweitere, Kicht bloß gelehrte Kreise eingedrungen war. Böcking führt44 Schriften an, welche von 1515 bis 1521 im Kampfe für und widererschienet?. Gleichwohl hatte diese umfangreiche Thätigkeit der humanisti-schen Kreise keine einschneidende und zündende Wirkung auf das Gesamt-lcben, aufs Volk. Der Grund dieser Erfolglosigkeit, liegt darin, daßjene Männer sich fast nur der lateinischen Sprache in ihren Schriftenbedienen und ausschließlich auf humanistisch gebildete Leser rechnen. Tun-gcru, der wohl nicht deutsch denken, also auch nicht schreiben konnte, gabgegen Ncuchlius deutschen „Augenspiegel" seine angebliche Widerlegunglateinisch heraus, „damit die Sache nicht ins Volk dringe", fordertealso seine Gegner förmlich heraus, sich gerade der für ihre Zweckeam besten geeigneten Waffe zu bedienen. Indessen verstanden sie ihrenVorteil nicht. Wenn nun auch die humanistischen Schriften ins Deutsebe
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