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^Siebentes
seinen Untersuchungen^ schließt sich die folgende Darstellung im wesent-lichen an.
Die erste ständige Druckerei in Wittenberg besaß seit 1509 JohannGrunenberg , bei welchem, wie bereits angeführt, 1517 die BußpsalmenLuthers und seine demnächst folgenden Erstlingsschriften erschienen. Vondein Einblatt-Druck der weltgeschichtlichen 95 Thesen, der ja nur aka-demischen Zwecken dienen sollte, wird das zwar nicht ausdrücklich gesagt,die Wahrscheinlichkeit spricht aber unbedingt dafür; einmal gab es inWittenberg noch keinen zweiten Drucker, daun aber besorgte späterGrunenberg die beiden ersten, für die eigentliche geschäftsmäßige Ver-breitung bestimmten Ausgaben. Luther war indessen auf die Dauer mitGrunenbergs Leistungen unzufrieden. Derselbe besaß keine griechischenTypen, seine deutschen waren unschön, seine Drucke selbst aber fehlerhaftund unsauber. Luther spricht sich darüber in einem Briefe aus, welchener von der Wartburg aus am 15. August 1521 an Spalatin richtete.Dieser hatte ihm nämlich den zweiten und dritten Aushängebogen seinerSchrift über die Beichte zugeschickt, worauf Luther schreibt: „Ich wollte,ich hätte nichts Deutes geschickt, so abscheulich, so nachlässig, so un-ordentlich ist es gedruckt, von der Abscheulichkeit der Typen und desPapiers ganz zu schweigen. Buchdrucker Hans bleibt noch ewig Hans.Ich bitte Euch inständigst, sorget dafür, daß er ja nicht die deutschePostille drucke, sondern daß lieber aufgehoben und mir wiedergeschicktwerde, was ich davon geschickt habe, damit ich es anders wohin schicke,denn was hilft es, so gearbeitet zu haben, wenn durch solche abscheulicheNachlässigkeit den andern Druckern Gelegenheit gegeben wird, die Fehlernoch zu vergrößern und zu vermehren? Ich möchte nicht, daß mansich nach diesem Beispiel an den Evangelien und Episteln versündigte;sie bleiben besser ungedruckt, als daß sie so herauskommen. Deshalbschicke ich auch nichts weiter, obgleich ich etwa noch zehn große Bogendarin fertig habe. Daß diese abscheulichen Scharrhänse beim Buch-drucken doch weniger um ihren Gewinn, als um den Vorteil der Lesersorgten! Denn was scheint ein solcher Drucker anders zu denken als:Es ist genug, daß ich Geld verdiene, die Leser mögen sehen, was undwie sie lesen." So sah sich Luther gezwungen, einen andern Drucker zusuchen, der seine Ansprüche besser befriedigte. Dies that er schon imJahre 1518. Der bedeutendste Buchdrucker Leipzigs war damals der