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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
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Kapitel.)

Luthers Verleger in Wittenbcrg. Melchior Lotter .

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bereits genannte Melchior Lotter , welcher dort unter andern? schon 1511die Antiqua angewandt hatte. An ihn wandte sich Luther zunächst mitkleinen Druckaufträgen von Wittenbcrg aus. Lotters Drucke waren vor-trefflich und seine Schristvorräte mehr als ausreichend assortiert. Soerwarb er sich denn auch Luthers Zufriedenheit in so hohem Maße, daßin diesem bald der Wunsch rege geworden sein mag, den geschickten Mannmehr in seiner Nähe zu haben und ihn ganz für Wittenbcrg zu gewinnen.In einem Schreiben, das Luther in Gemeinschaft mit dem Rektor undeinigen andern Professoren der wittenbergcr Universität am 23. Februar1519 an Kurfürst Friedrich richtet, heißt es umer anderm:Auch ist'sbei Vielen für gut angesehen, so wir mochten einen redlichen Druckerhie zu Wittenberg haben, denn das solt uit wenig der Universität For-derung und E. k. G. Ehr einlegen. Den Text Aristotelis und anderLection küunt man damit fürdern, die sonst ohne Bücher gehört nit sobegreiflich und nützlich sein mögen." Der Zusage des Kurfürsten Wohlgewiß, knüpfte inzwischen Luther schon Unterhaudluugen mit MelchiorLotter betreffs dessen Übersiedelung nach Wittenberg an. Sie führtenauch bald zu einem güns., ,en Ergebnis; denn schon am 8. Mai 1519schreibt er hocherfreut au Spalatin:Melchior Lotter kommt mit treff-lichen Matrizen versehen, die er von Froben bekommen hat, und ist be-reit, bei uns eine Druckerei einzurichten, wenn unser durchlauchtigsterFürst geruhen wird, seine Zustimmung dazu zu geben. Nun ergeht anEure Dienstfertigkeit die Bitte, daß Ihr uns zum gemeinen Nutzen mitRat und Hilfe beisteht. Wir glauben, daß dies für uns, insonderheitfür unsere Universität eine Zierde sein werde, aber auch ein Vorteil fürdie Hörer, zumal der Philippus (Melanchthon) zugegen ist, der die grie-chische Sprache gern treulich und reichlich ausbreiten möchte." Doch erstEnde des Jahres 1519 scheint die Übersiedelung thatsächlich stattgefundenzu haben, denn am 18. Dezember meldet Luther dem Augustiner-VikarLange in Erfurt:Lotter aus Leipzig errichtet bei uns eine Druckereiin drei Sprachen."

Indessen ging Lotter nicht in eigener Person nach Wittenberg , son-dern sandte zwei seiner Söhne dahin, Melchior und Michael, die demVater schon in Leipzig im Geschäft beigestanden hatten. Zunächst wares erst der ältere von beiden, Melchior der Jüngere, wie er sich inWittenberg nannte, der zur Führung der dortigen Filiale des leipziger

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