Kapitels
Besuch seitens der nichtdeutschcn Verleger,
-157
daß über sein Verlagsanerbicten entschieden werden solle, sobald dieDrucker (Froben und die baseler Verleger) von der frankfurter Messe zurückgekehrt sein würden.
Von jetzt an reicht es vollständig hin, wegen Frankfurts Bedeutungals buchhändlerischen Mittelpunkts für Deutschland auf die zeitgenössischeLitteratur, die Schriften der Reformatoren, den Briefwechsel Gelehrter,wie des ErasmuS, Vadian und Zasius , oder auf teilweise buchhändlcrischeAufzeichnungen, wie die Selbstbiographie Thomas Platters, zu verweisen.
Nach Jahr und Tag läßt sich dagegen nicht nachweisen, wann dienichtdcutschen Buchhändler zuerst die frankfurter Messe besucht haben; esscheint aber, daß die Italiener, Franzosen, Belgier und Holländer etwaum die Wende des Jahrhunderts dahin gekommen sind. Die ältestenbuchhändlerischcn Beziehungen zu Deutschland hatten die italienischenBuchhändler; sie haben abc wahrscheinlich früher mit Wien, Augsburg ,Nürnberg und Basel in Geschäftsverkehr gestanden, als mit Frankfurt .Justus dc Albcmo in Venedig besaß schon in den achtziger Jahren des15. Jahrhunderts Filialen in Ncgcnsburg und Ulm . Die venezianischenVerlagsartikel waren früher in Augsburg, Nürnberg und Basel zu haben,als in Frankfurt , weil zwischen jenen Städten und Venedig, wie bereitsim sechsten Kapitel des nähern ausgeführt wurde, seit Jahrhunderten eindirekter und regelmäßiger Handelsverkehr bestand. Erst. 1497 scheinendie venezianischen Drucke überhaupt nach Frankfurt gekommen zu sein.Wenigstens erwähnt der frankfurter Kanonikus Johann Rohrbach unterseinen Ausgaben auf den Fastcnmessen 1497 und 1498 den Ankauf einigerdieser Bücher. Ob aber die Verleger Baptist« dc Tortis und Petrusde Ferrariis selbst zur Messe anwesend waren, das bleibt noch zweifel-haft. 7 Dass Aldus Mcmutius zwar seine Bücher in alle Welt sandte,doch aber keine geregelten Verbindungen mit Deutschland unterhielt, daßselbst der Name Frankfurts in seinem ausgedehnten Briefwechsel garnicht vorkommt, wurde, schon im sechsten Kapitel betont. Zum Teil lagdies Wohl mit daran, daß die öftcrn Kriege Maximilians mit den Vene-zianern im Beginn des 16. Jahrhunderts, dann auch Epidemien dieveuezianer Buchhändler vom Besuch der frankfurter Messen zurückhielten;Konrad Brunncr und Frobens Korrektor Wilhelm Ncscnus heben diesausdrücklich in den Jahren 1510 und 1516 in Briefen an Ulrich Zwingli hervor. Zwar wundert sich Johann Locher (Philomnsus) bereits in