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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Meßprwilcgicn. Das Buchhändlcrvicrtel.

fAchtes

die Wegnahme des Schildes den Befehl enthielten, mit allem Geschäftaufzuhören. Schuldner und Güter durften wegen alter Schulden nichtarrestiert werden und verfielen erst nach dem Anstauten, d. h. nach demEnde der Messe, dem ordentlichen Richter; nnr die Abfuhr der Güterkonnte bis zur Einigung der streitenden Parteien inhibiert werden. DasFehde- und Rcpressalicnrecht der Ritter und adeligen Schnapphähneward während der Dauer der Messe uicht anerkannt. Selbst Geächtetedurfte man in dieser Zeit beherbergen, und im Umkreise der Stadtwaren sie sicher vor Vcrfolgnng.

Das Buchhändlerviertel lag im Süden der Stadt und stieß unmitcl-bar an den jetzigen Mainkai (damaligen Weinmarkt), von welchem ausdie schweren, mit Büchern gefüllten Fässer bequem durch das Thor indie Straßen und in die Häuser gerollt werden konnten; diese Verpackungs-weisc bildete damals, wie schon wiederholt bemerkt, die Regel. Froschauerbittet einmal förmlich um Entschuldigung, daß er wegen Mangel an ZeitKisten verwandt habe. Der Mittelpunkt jenes Viertels war derjenigeTeil der früher Kormnarkt, später aber Buchgasse genannten Straße,welcher von der Leonhardskirche ans nördlich bis zum kleinen Kormnarktläuft. Indessen darf man diese Begrenzung nicht zu wörtlich nehmen.Während sie heutzutage nur von der genannten Kirche aus bis zumgroßen Kornmarkt bei der Einbiegung in die Paulsgasse läuft, erstrecktesie sich zur Zeit der buchhändlerischcn Blüte Frankfurts in östlicher Rich-tung in die Mainzer Gasse zwischen Leonhards- und Fahrthor. DerName Buchgasse kommt zuerst 1518 vor. Rcuchliu schrieb nämlich injenem Jahre, daß Melanchthon auf der nächsten frankfurter Messe umdes heiligen Kreuzes-Erhöhungstag in derBüchcrgasse" bei MeisterThomas Anshelm , Druckerherrn und Buchverkäufer von Hagenau, zufinden sein werde. Auch der kaiserliche Fiskalprokurator und frankfurterBücherkommissar Dr. Best in Speher spricht in einem Briefe, den eram 16. August 1593 an den Rat der Stadt Augsburg schrieb, nochvon der Büchergasse in Frankfurt a. M. Der Name Buchgasse bür-gerte sich erst zu Anfang des 17. Jahrhunderts allmählich ein. EineZeit lang lief er neben der alten Bezeichnung Mainzer Gasse her, so-daß beide Namen willkürlich nebeneinander galten. Bis zum Ende des16. Jahrhunderts scheint die Straße übrigens auch allgemeinen Meß-zwecken gedient zu haben. So findet sich in dem Hause Nr. 15 Buch-