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Bücherankäufe der Bibliotheken auf der Messe.
sAchtes
ein, Wie Selb, Zasius , Agricola, Prätorius, Johannes Sturm, JohannLauterbach, Michael Beuther u. a., deren Wohnung bei den Buchführernzu erfragen war. Aus dem allerdings einer spätern Zeit angehörendenBriefwechsel Melchior Goldasts geht hervor, daß er und andere süd-deutsche Gelehrte sich während der frankfurter Buchhändlermesse oft dorttrafen und miteinander abrechneten, oder auch Verträge abschlössen undihre Werke austauschten. Ebenso sandten öffentliche Bibliotheken ihreBibliothekare nach Frankfurt , um sich durch deren Berichte auf demLaufenden zu erhalten, oder durch größere Ankäufe einzelne Lücken billi-ger auszufüllen, als beim heimischen Sortimcnter. So hatte seit 1569der straßbnrgcr Bibliothekar die Pflicht, sich auf den frarsifnrtcr Messennach den nenerschicncncn Büchern umzusehen, durfte jedoch nichts kaufenohne die Genehmigung der Scholarchen. Der erste neue Bibliothekarwar der Professor der Rechte und Geschichte, Michael Beuther , derfrüher an der Heidelberger Bibliothek angestellt gewesen war und gleichim ersten Jahre seiner neuen Amtsführung 21 theologische Bücher,7 juristische, 2 geschichtliche, 2 mathematische, 1 geographisches und7 Klassiker anschaffte. Vom Jahre 1609 ab wurde aus Anordnung desRats seitens der Scholarchen eine jährliche Summe speziell zu diesenBücherankäufen auf der frankfurter Messe angewiesen, und 1616 be-stimmte die neue Bibliothckordnung unter anderm: „Der Bibliothekarsoll den Buchhändlern insinuiren, auf den frankfurter und straßburgerMessen die neuen Bücher aufzubringen. Er selber soll jährlich einmal,im Frühling oder Herbst, nach Frankfurt reisen und alle (Meines t^xo-Zrapuioas perlustricrcn, nicht nur nach neuen, sondern auch nach altenSachen." Dem 8. Artikel sind einige Bemerkungen über die Mittelangehängt, wie man die aus der frankfurter Messe gekauften Bücher amwohlfeilsten nach Straßburg bringen könne.Als Zsaak Elsevier 1620znm Universitätsdrucker in Leyden eruannt wurde, mußte er sich unteranderm auch verpflichten, diejenigen Bücher, welche die Professoren oderakademischen Würdenträger von Frankfurt zu beziehen wünschten, ansseine eigene Gefahr von dort kommen zu lassen und zu demselben Preisezu berechnen, den die übrigen Buchhändler forderten. ^ Überhaupt ließenes sich die Universitätsbehördcn, da feststehende Verkaufspreise (Laden-preise) ja noch nicht bestanden, vielfach angelegen sein, sich über die„Frankfurter Tax", d. h. über den Preis zn informieren, welchen die