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Georg Willers Privatunternehmen.
^Achtes
auf der frankfurter Messe „u,ü sxtsrorum Lililiopolarura, oniQiuMciusrsi I^itsrarias Ltuäiosorum Zratiavi st U8um eoizmxti" waren, Wiees auf dem Titel seines ersten Meßkatalogs ^ heißt, und die er nunneben ältern-Werken seines Lagers zum Verkauf darbot (venales ex-positi ^uZustae in oKieing, lidrarig. Lseorgij Vvilleri). Wenn Niko-laus Basse in der ?raetatio cieäieg.tc>ria zu seiner sogenannten „L»1-leotic» ir> unuro evrxus" — einer Zusammenfassung der WillerschenMeßkataloge von 1564 bis 1592 — erzählt. Willer sei auf der frank-fnrter Büchermesse mit großen Büchervorräten erschienen, welche er durchseine Kataloge habe wollen verbreiten helfen, so scheint dem der obencitierte Hinweis auf das augsburger Lager zu widersprechen. Die Zahlder außer den neuen Erscheinungen der Messe aufgeführten ältern Werkeist sehr klein, und die bald so genannten Meßkataloge sollten eben einBetriebsmittel für diejenigen Bücher sein, welche Willer erst auf derMesse selbst hatte anschaffen können. Die spätern Kataloge, von derFastenmesse 1568 an, sprechen allerdings auch von solchen neu oder ver-ändert herausgegebenen Werken, welche in den Zwischenräumcn zwischenden Messen erschienen waren; diese bildeten aber damals eine verschwin-dende Minderheit, und gerade auf dem Katalog der Fastenmesfe 1568 istausdrücklich gesagt: „Newe Bücher, so zum theil inn Augspurg , seidtder nechst vcrschinen Franckfurter Herbstmeß, zum theil in der Fastcnmcßdieß Jars zusammen gebracht worden vnd zu Augspurg bey GeorgenWiller zuuerkauffen sein." Auch der Umstand, daß fast ohne Ausnahmeder Druck der Willerschen Kataloge (wie später auch der Portenbach- undLutzschen)- bis dahin, wo der frankfurter Rat den Druck von Privat-meßkatalogen verbot, in Frankfurt ausgeführt wurde, widerspricht demnicht. Ein so bedeutender Kunde, wie Willer, wurde jedenfalls vor allengefördert, und da die Bnchführer schon in den ersten Tagen der erstenMeßwoche ihre Einkäufe machten, „aussetzten und einkauften" ^, so konn-ten Manuskript und Druck des Katalogs in Frankfurt selbst so schnellhergestellt werden, daß die Verbreitung noch während der übrigen Zeitder Messe stattfinden konnte, während dagegen die Verpackung der Bücherund der Transport derselben nach Augsburg und die nachher erst erfol-gende Verfertigung des Katalogs viel mehr Zeit erfordert und damitder beabsichtigten Wirksamkeit desselben bedeutend geschadet hätten. DieseHast bei Herstellung der Meßkataloge zeigt sich besonders in mehrcrn