Kapitel.)
Intriguen von katholischer Seite gegen den Katalog.
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Sauers mit Schacher ging dann der Verlag an Sigismund Latomus(Meurer) über, der ihn von der Herbstmesse 1608 bis dahin 1617 behielt.
Einer der Sauerschen Kataloge, der von oer Herbstmesse 1602, erhältdadurch ein. besonderes Interesse, daß er angedruckt (nicht, wie spätermehrfach vorkommt, angehängt) wohl zum ersten mal eine Buchhändler-anzeige enthält. Dem Schluß des Katalogtextes folgt nämlich unmittel-bar noch ein Abschnitt: „lüg.tg.logus der Newen Bücher, so in dem Jngol-stäter Laden diese Herbstmeß 1602. gefunden werden." Es ist dies lauterVerlag von Elias Willer in München, Jngolstadt und Freiburg . Dieser,ein Sohn Georg Willers, hatte in Gemeinschaft mit seinem Brndcr Georgdas väterliche Geschäft in Augsburg fortgeführt, wie es scheint bis Ostern1598. Am 8. April dieses Jahres hatte er die Buchhandlung von Jo-hann Wolf Wiederhold in Frankfurt a. M. gekauft^, wo er bis zumJahre 1602 geblieben zu sein scheint.
Es ist schon aus dem Vorstehenden zu ersehen, daß die Hofparteiin Wien, oder die Jesuiten , sich des Meßkatalogs zu bemächtigen, den-selben ihren Zwecken dienstbar zu machen strebten. Der Plan scheint vonlanger Hand her vorbereitet worden zu sein. Bereits seit dem Jahre1606 erschienen in Mainz katholische Meßkataloge, ob als Privatunter-nehmen, ob von seiten der erzbischöflichen Kurie veranlaßt oder beein-flußt, steht dahin. Die Mainzer Erzbischöfe beanspruchten als Erzkanzlerdes Reichs ein Aufsichtsrecht über den Buchhandel, speziell über denaus der frankfurter Messe , und vom letzten Jahrzehnt des 15. Jahr-hunderts ab bis zum Jahre 1524 lassen sich die Versuche verfolgen,dieses angebliche Aufsichtsrecht zur faktischen Geltung zu bringen. Es istdaher Wohl kein bloßer Zufall, vielmehr ein Glied in der Kette der ge-planten Maßregeln, wenn gleichzeitig mit dem Hauptansturin vom Jahre1608 gegen die Hoheitsrechte des frankfurter Rats in Büchersachcn derVersuch gemacht wurde, die katholischen Meßkataloge nach Frankfurt zuverpflanzen und ihnen, und zwar ihnen ausschließlich, einen offiziellenCharakter aufzudrücken. Ein Gesuch des katholischen Buchdruckers Niko-laus Stamms in Frankfurt im wiener Archiv — es ist leider undatiert,muß aber notwendigerweise vor Erlaß der Konstitution Kaiser Rudolfs II. „von Visitation der, Druckerehen :c." cl. ci. 15. März 1608 eingegangensein — bittet nämlich um Bewilligung eines Privilegiums für den Druckdes frankfurter Meßkatalogs. Die katholischen Bücher, heißt es in diesem