Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
487
Einzelbild herunterladen
 

Kapitel, j Pnvilea,ierung des Meßkatalolis. Der Notar Äriiuer,

4L7

sammengestellt: er ermähne nun alle Buchhändler, bevor sie Bücher vonander» tauften, diesen Juder zunächst zu Rate zu ziehen, nm nicht ausUnkenntnis zu ihrem Schaden schädliche Bücher zu verbreiten.

Erst später, während der Fcttmilchschcn Unruhen, gelang es dein Kur-fürsten Johann Schwcickard vou Mainz , diesen mainzer katholischen Meß-katalog nach Frankfurt zu verpflanzen. Ein in der Bibliothek des Börsen-vcreinS vorhandcues Exemplar datiert vou 1615. Später scheinen diekatholischen Mcßkataloge nach München übergesiedelt zu sein, wo bestimmtvon 1625 an ein(^tgloZus universalis <zg,tllo1icus" erschienen ist. 2"

In der Herbstmesse 1616 und in der Fastenmesse 1617 gab außer-dem auch der Notar Heinrich Kröner einen Meßkatalog in Frankfurt heraus. Kröner, der Wohl nebenbei mit Büchern handelte, hatte schonin der Herbstmesse 1611 ein Bücherverzeichnis herausgegeben." Jetzthatte er sichxsr kub- st oorsptiousill", wie iu einem frankfurterRatsprotokoll heißt", ein kaiserliches Privilegium verschafft; sein Unter-nehmen wurde jedoch, als dem Rate präjudizicrlich, unterdrückt. Jeden-falls ist auch dieses schnell scheiternde Unternehmen als ein Glied in derKette der Versuche zu betrachteil, welche dein Rate jeden Einfluß aufdie Herausgabe des Meßkatalogs aus der Haud zu winden bezweckten.

Mit dem Jahre 1618 beginnt dann die- Reihe derjenigen frank-furter Meßkataloge, die bis zum Jahre 1749 bei Sigismund LatomuSuud dessen Nachfolgern mit kaiserlichem Privilegimn erschienen. Wieschon früher in einzelnen Fällen, wiederholt sich nun häufiger die Er-scheinung, daß Meßkatalogemit Firma" der ausgebenden, im Besitzeiner großen Partie befindlichen Handlung erschienen, wie das ja biszum heutigen Tag bei manchen Publikationen häufig vorkommt. Einerder ersten Latomusschen Meßkataloge, der von der Fastcnmesse 1625,bietet die besondere Erscheinung, daß neben der in sich vollständigen, ausBogen AE bestehenden und mitWillis" schließenden Ausgabe nocheine andere existiert, welcher ein Bogen F angefügt ist mit der Über-schrift:Lg-taloZi lidroruro axpsnclix. Hoo Wt. Lonsignlrtici illo-ruill liorornw, <zM onill ex nuneiiiris ?ralleoiurtsll8ibus vernaUKuL1625. xersgrkHuö alinnäs e0rQxg.rg.ti sillt, «zuarnviL lüa,tg.1ogo osr-t.g.8 Hugsi vd <zg.ll8sg.s llvll illserti, vena-lss llillilornillirs röpsriuutur.Anhang des Franckfortischen Lg-tgiogi: Darinnen diejenigen Bücher, welchein »erschienener Fastenmeß 1625. zu Franckfort vnd sonsten von andern