Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
488
Einzelbild herunterladen
 

488 Vorübergehende Beeinflussung, Einrichtung des Katalogs. sAchles

Ortheli gern zu wegen gebracht, aber (vielleicht auß vrsachen,) dein Lktü-log» nicht sein einverleibt worden," Ein Grund hierfür ist aus demInhalt des Anhangs selbst nicht zu ersehen^, vielleicht aber war injener Zeit, in welcher die kaiserlichen und ligistischcn Heere siegreich amRhein standen, dem damaligen Büchcrkommissar Ludwig vvn Hagensein herrisches Auftreten ist im zehnten Kapitel nachzulesen deuuochgelungcu, den Mcßtatalog vorübergehend iu seiuc Gewalt zu bekommen,und jeuer Anhang könnte dann als ein von protestantischen oder nord-dcntschcu Buchhändlern veranlaßtes Supptcmeut aufgefaßt werden.

Ebenso wenig zu erklären ist zunächst das, allerdings aus wesentlichspäterer Zeit stammende Faktum, daß Hagcns Adjunkt Hornigk bei derLiquidation seiner Auslagen vom 8. September 1651 der Hofburg eineRechnung des Buchdruckers Siegfried vom 10. Februar desselben Iahreöeinreichte, worin die Position vorkommt:Boin (^talogus lidr. ist dieAuflage wie allezeit gewesen 1200 Exemplare, übrig geblieben 400. Rest800, die zu 1 fl. für 12 Exemplare verkauft worden fl. 66. 32." Wiekommt Höruigk zur Abrechnung über den Meßkatalog?

Im Anfang behalten diese Kataloge auf dem Titel, den bis dahingebräuchlichen Ausdruck bei: Bücher .. welche .. in der Buchgasscn ver-kaufst worden; erst später heißt es regelmäßig: verkaufst werden.Sonst ist über dieselben nichts Besonderes zu bemerken; wie die frankfurterBuchhäudlcrmcsse selbst, sanken auch sie unablässig an Bcdcntnng und selbstin der äußern Ausstattung, bis sie endlich, fast unbeachtet, einschliefen.Frankfurter Meßkataloge des 18. Jahrhunderts siud, jetzt fast uufiudbar.

Die Einrichtung aller dieser Kataloge ist der von Anfang an durchWitter angeuommcnen, abgesehen von kleinen Abweichungen, nachgebildet.Die Anorduuug nach wissenschaftlichen oder vielmehr bibliographischenRubriken wechselt so oft, wie die Fassung des Titels. Hierauf nähereinzugehen, würde hier zu weit führen. Rnr die Folge der Kon-fessionen bei der theologischen Litteratur bietet bei der alles beherrschen-den Stellung der religiösen Parteien zueinander interessante Momente.Miller ließ sich dabei entschieden von rein geschäftlichen Gesichtspunktenleiten; so lange er seine Kataloge in Frankfurt drucke» lassen und hiernoch auf der Messe selbst einen wesentlichen Absatz damit erzielen konnte,solange stellte er auch die protestantisch-theologische Litteratur voran, nurselten die lutherische und reformierte trennend. Mit der Verlegung des