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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kapitels

Verfall der deutschen Buchausstattuiiq^

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viele (nämlich Buchdrucker und Buchhändler) haben vnterm Schutz deß?rivil6Fi^ den vnfleis zu marck geführet, vnndr hat doch an hohen tartnichts gemangelt, darüber dann gnug geclagt, vndk mügen wol etzljKesein, so wüntzschen, es were nimmxr ein guter bogn gedruckt, damit Ihrvnfleis nur vor Verstendigen nicht gescholten werde, da es doch derDrückereyen großer spot, daß soviel vornehmer Evangelischer HerrenIdeologen nutzbare soriptg, durch so elenden druck durch gantz Tcutzsch-landt außgestreuet worden sein, alß hette man nicht von Gott auch nichtsoviel gnade, vndt gäbe, so wol alß Papisten vndt Calvinistcn (die Hol-länder), Vnscre Bücher mit einem guten druck zuziehrcn". ^ Aber dieseErkenntnis brachte leine Einkehr in sich und leine Umkehr. Immer ver-wahrloster und erbärmlicher wurde im allgemeinen während des langenKriegs die deutsche Buchausstattung, immer schlechter und brauner dasPapier, immer liederlicher der Satz, immer verquetschter und unsaubererder Druck; höchstens wurde mit dem Blendwerk eines in Kupfer ge-stochenen Titels die Häßlichkeit der Gesammtausstattung zu verdeckengesucht. Die Kunst des Holzschnitts war völlig in Verfall geraten, wurdekaum noch geübt; der Kupferstich trat für den Schmuck der Bücher anseine Stelle, man kann sagen, zum Glück. Noch während des Kriegsleistete er für die Buchausstattung Vorzügliches, verfiel aber dann imallgemeinen für diese ebenfalls dein Verhängnis. Dcun mit dem Ab>schluß des großen Kriegs war die aus diesem Gebiete herrschende Gleichgültigkeit und Verwilderung noch keineswegs auf dem tiefsten StandPunkt angelangt: die Nachwirkungen desselben auf alle Verhältnisse desGebens steigerten sie nur noch in verstärktem Maße bis in das 18. Jahrhundert hinein, nnd kläglich sind die Versuche, den Holländer» Gleichesmit Gleichem zu vergelten, ihre Ausgaben gar mit ihren Firmen nach-zudrucken, daö Publikum damit täuschen zu wollen. Erbärmlich fallendie kindlichen Versuche aus, der nuumchr wuchernden schönwissenschaft-lichen und Uutcrhaltuugslitteratur, sowie der populär-historischen, durchBildcrschmnck einen erhöhten Reiz zu geben, oder, wie der BuchhändlerHehbey in Leipzig 1695 sich auszudrücken beliebt, diesen beizugeben ",damit es desto beßer abgehen möchte, wie insgemein vor Rumänenallerhand inv<znt,ionW pflegten gemacht zu werden".

Aber die Leistungsfähigkeit war uoch nicht ganz verloren gegangen,das zeigen die während dieser Zeit der Verwilderung und Versumpfung