502
sAchtcs
fort und fort vorkommenden erfreulichen nnd Hoffnung erweckenden Aus-nahmen. Mit dem En^e dcö 17. Jahrhuudertö beginnt sich auch hierineine Reaktion zu entwickeln; der Verlagshandcl fängt wieder an, eineenergische Thätigkeit zu entfalten, eine Verschiebung der hervorragcudcrnProduktionsstättcn macht sich bemcrklich, und sichtlich blüht der deutscheBuchhandel wieder empor unter der fortgesetzten Führung der Endter inNürnberg, unter der Führung der Cotta in Tübingen, Veith in Augs-burg, Zuuncr in Frankfurt a. M., Metteruich in Köln , .Weidmann,Gleditsch und Fritsch in Leipzig, Zimmermann in Wittenberg .
Aber der altcu Herrlichkeit der fraukfurtcr Büchermesse grub dieseRenaissance das Grab.
Den Abschluß des fünften, den buchhändlerischen Geschäftsbetrieb derältesten Zeit behandclnocu Kapitels bildete das geschäftliche LebensbildAnton Kobcrgers; er brachte dies, um in der Hervorhebung des persön-lichen Moments frischer und anregender die fortschreitende Entwickelungzu versinnlichen, als sich dies in der trockenen Vorführung und Grup-pierung der sachlichen Einzelheiten des Geschäftslebens ermöglichen läßt.So mögen denn in gleicher Weise hier zwei kurze Lebensskizzen aus demKreise des mit den? deutschen Buchhandel zwei Jahrhunderte hindurchso eug verknüpften niederländischen folgen, das eine aus dem 16., dasandere ans dem 17. Jahrhundert, — das eine den unter spanischer Herr-schaft nnd katholisch verbleibenden belgischen Provinzen, das andere denihre Freiheit erkämpfenden protestantischen holländischen entnommen:Christoph Plantin und die Familie Elsevier . Die vorausgehendeDarstellung hat die dominierende Stellung des holländischen Buchhan-dels auf der frankfurter Messe während des 17. Jahrhunderts anzudeu-ten versucht; mit dem Schlüsse dieses Zeitraums schied er sich mehr undmehr von dem deutschen. Um so gerechtfertigter dürfte hier also dieserAbschiedsgruß seiu. —
Christoph Plantin war 1514 in St. Avcrtin bei Tours geborenund bei der Armut seines nustctcu Vaters schon früh miihcrgcschleudertworden. Dieser zog mit ihm nach Lhon, Orleans uud Paris , bis spätemder bereits herangewachsene Sohn bei Robert Mace in Caen als Drucker-lchrling eintrat. Hier aber scheint er eS nicht lange ausgehalten zu haben,