Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
520
Einzelbild herunterladen
 

520

Daniel Elsevier. Erlöschen der Firma.

^Achtes

Daneben besuchte aber Daniel wiederholt Paris , wohin ihn seine altenBeziehungen zogeu, hielt sich sogar kurz vor seinem Tode noch sechsWochen dort auf.

In der französischen Hauptstadt gebildet und im geistigen Verkehr mitdortigen wissenschaftlichen Größen herangewachsen, vereinigte er die bestenEigenschaften des Gelehrten mit der Umsicht und Erfahrung des Kauf-manns. Als Schriftgicßer, Drucker, Sortimentcr und Verleger stand er(1655 bis 1680) an der Spitze eines der größten buchhändlerischcn Ge-schäfte und hob dieses durch seine überall eingreisende kluge Thätigkeittrotz der Kriege auf eine noch stolzere Höhe, als es vorher eingenommenhatte. In den Jahren 1665 bis 1667 spielte der Krieg zwischen Eng-land und den vereinigten Provinzen; 1672 aber fiel Lndwig XIV. indas Land ein und erst 1678 kam es zum Frieden. Daniel ließ sich je-doch durch diese dem Büchermärkte so ungünstigen Zeiten nicht abschreckenund verlegte zwischen 1667 und 1672 mehr als 100, von 1675 aber bis1680 an 90 Werke. Ihm zur Seite standen allerdings tüchtige Mit-arbeiter, wie der Deutsche Jakob von Zettcr (Zctterus), welcher noch nachdem Tode des Chefs bis zur Auflösung des Geschäfts in diesem aushielt,und der Baseler Heinrich Weitstem, welcher sieben Jahre, 1669 bis 1676,in Elsevierschen Diensten stand, im letztgenannten Jahre heiratete, sichdnnn selbständig in Amsterdam niederließ und sich zu großer Bedeu-tung emporarbeitete. Diese beiden Gehilfen besuchten abwechselnd oderauch gemeinschaftlich die frankfurter Messen, welche das Erlöschen der Else-vierschen Firma empfindlicher fühlten als manche andern harten Schläge,die sie schon um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts mehr undmehr zur Bedeutungslosigkeit herabdrückten.

John Locke nannte mit Recht den Tod Daniel Elseviers einen öffent-lichen Verlust. Mit ihm wurde zugleich das Prestige und die unbedingteÜberlegenheit der holländischen Druckcrthätigkeit zu Grabe getragen. Ziem-lich gleichzeitig mit Daniel Elsevier starben nämlich Johann Blaeu (1673),die Steucker und Jansson von Waesberghe (1681), Abraham Wolfgang(1693) und wenig später der letzte Hack. Der Elseviersche Verlag brachteauf der im Juli 1681 abgehaltenen Auktion 120000 Gulden ^ 204000Mark, während das aus 20000 Bänden bestehende SortimcntSlagerl Libliopolium, I/ilirairik g-uoisnne et iirocksrn«) ein ziemlich befrie-digendes Ergebnis lieferte. Der Glanz des Elsevierschen Namens erlosch