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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kapitels

Beziehungen der Elscvierc zu Paris und Frankfurt .

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Kurz, die EPviere hatten überall ihre Augen, wo es etwas zu ver-dienen gab; aber so groß auch ihre Energie und Einsicht war, der innereGruud ihres Erfolgs bestand doch darin, daß sie über dem Kleinsten niedas Größte und über dem Größten nie das Kleinste übersahen. IhrBlick haftete nicht ängstlich am Einzelnen, sondern wurde von allgemeinenGesichtspunkten geleitet. So behandelten sie denn mich den unbedeutend-sten Vorteil mit derselben eingehenden Sorgfalt, wie das wichtigste Unter-nehmen. Einer neuen Ausgabe des Cornelius Nepos z, B. widmetensie verhältnismäßig dieselbe gewissenhafte Aufmerksamkeit, wie der Bor-bereitung der 1637 in Aussicht genommenen Veröffentlichung der Werkedes Prokopius, für deren lateinische Übersetzung sie lange mit Hugo Gro-tius verhandelten, oder den schon 1638 getroffenen Vorbereitungen für eineGesamtausgabe der Werke Galilei's . Wenn sie diese und andere groß-artige Pläne in der Folge nicht ausführten, so lag die Schuld an äußern,nicht zu bewältigenden Hindernissen. Indessen ließen sie sich selbst durchteilweise Mißerfolge nicht abschrecken, suchten vielmehr stets einen Fehl-schlag ourch ein erfolgreicheres Unternehmen wieder auszugleichen.

Wie die leydener Söhne und Enkel Ludwig Elseviers, so beschickteauch sein amsterdamer Enkel Daniel regelmäßig die frankfurter Messen.Daniel blieb diesen auch dann noch treu, als sie schon anfingen in Ver-fall zu geraten. Der Besuch derselben förderte nämlich seine Interessenviel besser, als selbst der Verkehr in Paris , wo der Buchhandel noch inder zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts lange nicht die Gerechtsame ge-noß, der-n er sich in Frankfurt erstellte, und wo die fremden Buchhändlernur zu sehr drückenden Verationen ausgesetzt waren. So war ihnenuntersagt, die Märkte von St. Germain und St. Lorenz überhaupt zubeziehen; so durften sie nur ein einziges mal im Jahre kommen, nichtlänger als drei Wochen bleiben und ausschließlich nur an Buchhändlerverkaufen Im April 1640 wurden die Elseviere der Übertretung dieserBestimmungen angeklagt; Johann Elsevier mußte sein Lager schließe»und bei Strafe von 100 Livres und unbedingter sofortiger Konfiskationseiner Waren den Verkauf an Nichtbuchhändler einstellen. Daniel wardurch den Schaden seines leydener Vetters vorsichtiger geworden, ver-kaufte gar nicht selbst in Paris , sondern vermittelte seinen Verkehr mitFrankreich durch einen Faktor, der die an ihn geschickten Sendungen vonBordeaux und La Rochelle aus an die Bestimmungsorte beförderte.^