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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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^Neuntes Kapitel.) Maßregelungen der Autoren im Altertum.

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Beweise für diese Thatsache finden sich fast in jedem klassischen Schrift-steller. So wurde das erste Buch, von dessen gewaltsamer Unterdrückungdie Geschichte berichtet, kaum 20 Jahre nach dem Tode des Perikleöin Athen dem Scheiterhaufen überliefert. Der Philosoph Protagorashntte nämlich in einem gelehrten Werke die Existenz der griechischenGotter bezweifelt: Grund genug für die priesterlichen Pächter des Olymp,ihren Zorn ob des zerstörten Besitzstandes durch die Konfiszierung undVerbrennung des Buchs und durch die Bestrafung des Verfassers zukühlen. Dieser floh, um dem Schirlingbecher zu entgehen, und fand,wie es heißt, auf offenem Boote in den Meeresfluten den Tod: daserste Einschreiten des Staates aus Betrieb der Kirche! ^ Bei den Römernenthielten schon die Zwölf Tafeln strenge Bestimmungen über öffentlicheSchmähungen und Pasquille. Augustus war nach Tacitus der erste,welcher das geschriebene oder gesprochene Wort strafte. Während dasMajestätsgesetz der Republik bisher nur strafbare Thaten gekannt hatte,dehnte der Kaiser die gerichtliche Untersuchung und Strafe auch aufSchmähschriften und Spottgedichte (libslli k-unosi) aus. So befahl erdenn auch, die Schriften des Labienus öffentlich zu verbrennen. SeinNachfolger Tiberius verfolgte mit noch größerm Haß das geschriebeneWort.Für Worte werde ich zur Verantwortung gezogen, so wenigfallen Handlungen mir zur Last", sagte Cremutius Eordus, der ob derbloßen gegen ihn gerichteten Anklage bereits auf sein Leben verzichtethatte und den freiwilligen Hungertod starb. Und doch hatte er bloß denGajus Cassius den letzten Römer genannt. Seine Schriften sollten durch' die Ädilen verbrannt werden, erhielten sich aber im Publikum unter demSchutze der Verborgenheit.Um so mehr möchte man", sagte Tacitus 2bei dieser Gelegenheit mit vornehmem Hohn,über die Beschränktheitderjenigen lachen, welche für den Augenblick im Besitze der Macht, auchdas Andenken bei der Nachwelt austilgen zu köuucn wähnen. Im Gegen-teil, man verhänge nur Strafen über die Geister und es wächst ihreGeltung; und nichts anderes haben auswärtige Könige und andere,welche die gleiche Tyrannei geübt, erzielt, als ihre eigene Schande undden Ruhm des Verfolgten." Als die von Nero verbotenen Schriftendes Vejinto nachmals wieder herausgegeben wnrden, meinte Tacitus :So lange ihre Anschaffung mit Gefahr verbunden war, wnrden sie eif-rig gesucht und gelesen; durch die Erlaubnis, sie zu besitzen, gerieten sie