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Kurzsichtiges Verhalten des frankfurter Rats. fZehntes
Auftrag koste zu viel Zeit uud noch mehr Arbeitskräfte, weshalb er bitte,von der Prüfung der Bücherprivilegien und dem Besuche der Buchhändler-gcwölbe entbunden zu werden. Der Kaiser möge nicht allein seinen RatJakob Ochseln von Schlettstadt , der zur Herbstmesse 1569 sonderlich anherverordnet worden, sondern auch etliche seiner gelehrten Räte nach Frank-fnrt schicken, mit gnädigstem Befehl, nach Befindung dieses Handels nütz-liche Ordnung, wie es hinfür mit vielgedachten Buchdruckern und Buch-händlern gehalten werden solle, zu geben, wobei er, der Rat, dann mög-liche Assistenz leisten wolle. Maximilian dankte der Stadt am 1. März1570 für den von ihr bewiesenen Eifer, meinte, sie übertreibe ihre Ver-antwortlichkeit und Arbeit und erklärte, daß diese sehr leicht durch zweiPersonen in ganz kurzer Zeit verrichtet werden könne. Indem er nichtweniger als fünf Freiexemplare verlangte, beschränkte er seinen erstenBefehl dahin, daß dieser in Zukunft nur für die neuen, während desletzten Jahres erschienenen Bücher gelten solle. Wenn der Rat die Trag-weite seines Verhaltens hätte voraussehen können, so würde er mit beidenHänden nach dieser Vermittelung gegriffen und durch Anstellung voneinem oder zwei Beamten die fernere Einmischung des Kaisers verhin-dert haben. Aber er hatte unglücklicherweise keine Ahnung von dem, waskommen würde, und beschränkte sich in seiner.Rückäußerung vom 7. Juli1570 darauf, dem Kaiser die ausführlichen Protokolle seiner Verhand-lungen einzusenden und seine Dienste anch für die Zukunft anzubieten.Maximilian aber antwortete nicht einmal und ließ es bis zu seinemTode bei den von ihm befohlenen, aber vom frankfurter Rate späternicht wieder ausgeführten Maßregeln bewenden.
Auch uuter Rudolf II. wagte sich die vou den Jesuiten geleitete Habs-burgische Politik anfangs nur schüchtern und versuchsweise vor, erhob sichaber bald zu kühnern Anläufen und ging schließlich zu entschlossenen Ein-griffen in die Rechte der Stadt erfolgreich über. Der neue Kaiser saßkaum drei Jahre auf dem Thron, als er mit viel größerer Energie dennsein Vater einen Feldzug gegen die frankfurter Büchcrmesse eröffnete.Als er seine Aufmerksamkeit dem Reiche zuzuwenden anfing, streckten 1579seine Ratgeber mit ganz richtiger Witterung ihre Hände nach derselbenaus; sie erschien ihnen mit Recht als der gefährlichste Sitz der Ketzerei.Im stillen war sie allerdings Wohl schon einer Überwachung unterworfengewesen. Schwerlich hatte die Sammlung von Verlagötatalogen und