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Zögerndes Verhalten von Kursachsen,
^Zehntes
zunehmenden Bücher ausfertigen ließen und „sich deren zu ihrer Nothdurftbedienten".
Über diesen Schreiben war der Winter dahingegangen, selbst einSchreiben des Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz an KurfürstChristian II. hatte den stets kleinmütigen sächsischen Hof nicht zu einemEntschluß aufzurütteln vermocht, so daß bei der Eröffnung der Fasten-messe 1609 die Sache noch auf dem atten Fleck stand. Die leipziger,wittenberger und jenSer Buchhändler erfuhren also in Frankfurt wiederdieselbe Behandlung wie im vorhergehenden Herbst. Erst am 21. Aprilgewannen die kurfürstlichen Räte Zeit, sich weiter mit der Angelegenheitzu beschäftigen und zwar auch nur insoweit, daß sie dem leipziger Rataufgaben, sich in der bevorstehenden Ostermesse bei einheimischen undfremden Buchhändlern zu erkundigen, wie die Sache ferner in Frankfurt verlaufen sei. Auf Grund der erhaltenen Aufforderung berichteten denndie Buchhändler der gedachten drei Städte unter dem 17. Mai 1609an den leipziger Rat wie folgt: „Der Doktor Valentin Leuchtius,?r»wnowrill8 ^xostolieus, und Herr Licensiat Erstenberger, beidee^nonioi zu Frankfurt a. M., sind neben dem Kahserlichen Fiscaljüngst verschienene Fastenmesse daselbst abermahl in allen, sonderlich derEvangelischen Buchhändler Läden umgegangen und erinnert, was sie unsvorige Herbstmesse wegen Abfolgung eines Exemplars von allen nenge-drnckten Büchern angebracht und begehret. Darauf instä'ndigk angehalten,daß wir uns nochmals endlich und rund erklären wollten, ob wir unskaiserlichem Mandat gemäß zu erzeigen bedacht oder nicht? Hiergegenwir aus dem Kur- und Fürstenthum Sachsen alle fast gleich auf dieseMeinung geantwortet, daß wir uns dessen gar wohl entsinnen, hättensaber unseren Pflichten nach nicht unterlassen können noch sollen, anunsere gnädigste Herrschaft zu bringen und Bescheidt zu erholen, zweifel-ten auch nicht, Ihre Churfürstlichen Gnaden Werdens, wo es nicht allbereitgeschehen, so doch förderlichst an S. Kahserliche Majestät unterthenigstgelangen lassen und uns gnädigsten Bescheid ertheilen, was wir unszu verhalten.
„Hierbei Habens crmeldete Kahserliche Abgeordnete zwar bewendenlassen, (nicht) ohne daß sie einem unsers Mittels in Herrn ThcodosiiRichel's Laden auf angeregte Erklärung zur Antwort gegeben, es wurdenicht eher besser, man citirte denn ein paar nach Speher sznr Untersuchung