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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Hönngks Gewaltthätigkeit' gegen Ncuenhahn aus Jena.

^Zehntes

Exemplare auszuantwortcu. Der Rat fühlte sich jedoch diesmal so tiefverletzt, daß er am -21. September 1660 peremtorisch die sofortigeAblieferung der konfiszierteil Bücher an seine Kanzlei verlangte. Hörnigk,vom Stadtschreiber zur Rechtfertigung aufgefordert, stellte natürlich dieganze Sache als reinen Zufall dar. Er sei zufällig in NeuenhahnsLaden gekommen, gab er entschuldigend vor, habe zufällig dort vierExemplare auf dem Tische liegen gesehen, dann zufällig im ganzen150 Exemplare entdeckt und natürlich mitnehmen lassen. Jetzt, aberkönne er die durch Zufall iu seinen Besitz gelangten Bücher nicht ohneausdrücklichen kaiserlichen Befehl herausgeben.

Wie sich die Sache aber in Wirklichkeit verhielt, das möge derwahrhafte Bericht erzählen, den Hans Ziegler , Neuenhahns Buchhandlungöbcdienter, am 22. September 1660 dem Rate erstattete.Anjüngst verwichenem Dienstag, den 18. Ku^.", sagt Ziegler wörtlich,isteine kurze Mannsperson, so auch in anderen Buchläden gewesen undherumgegangen, zu mir in meine Bücher-Cammer gekommen, gesagt, Ichsollte zum Herrn Commissario gehen und meine Sachen richtig machen.Hierauf habe ich drei neue Büchlein mitgenommen, als Ns-rvii ^ng-w-mi^ui, ItsiQ Kortholtens Erörterung und ^usckein Kohlschwartzcs Pabst-thumb, nicht anders vermeinend dieweil dieses letztere bey uns schonzwei Mal in Meßzeiten verkaufst, es gleich den beiden vorigen, meineHerrschaft vorhin auch in den Lg-taloZum gebracht haben werde, wor-auf Herr Dr. v. Hörnigk dieses Buchlein gewogen, darvon ich dreiAlbus geben müssen, Er das erste besehen, behseits gelegt, darauf dieanderen beide auch durchsehen, sobalten zu fluchen angefangen, das Buchhabe ein Schelm gemacht, ein Schelm getruckt und ein Schelm anherogeführt. Hierüber bin ich als ein junger Mensch heftig erschrocken. Erweiters gesagt, wo ich ein einziges Exemplar werde verhehlen und esI. K. Maj. werde erfahren, so sollte ich die Tage meines Lebens leinExemplar von einigem Buch mehr anhero bringen dürfen, auch gefragt,wie viel ich deren Lxsmxlarig. hätte, Ich geantwortet, ich hätte übervier nit mehr. Hierauf hat Herr Dr. v. Hocrnigk mir einen Notarimn,den er bey sich hatte, zugegeben, ihm etwas iu die Ohren gesagt, so ichnicht hören tonnen, der sobalden mit mir in die Cammer nach Haußgehen müssen. Ich als ein junger Mensch ging mit Bestürzung nachHauß, deckte die LxemMrig. cilendts zu, so gut ich konnte. Der No-