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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Der Büchcrkoinmissnr Georg Friedrich Sperling,

^Zehntes

Im Dezember 1660 versicherte dann Hörnigt wiederholt der frank-furter Bücherdeputation, daß ihm alles daran liege, den Verleger vonLaubenbergcrsSchwarzem Luthcrthnm" znr Rechenschaft zn ziehen, undbedauerte nnr, daß er ihn nicht finden könne. Vielleicht sei er in derNenenhahnschcn Sache etwas zn weit gegangen, im übrigen wünsche ermit dein Nat gnt Frennd zn bleiben. Dagegen halte ersirwissimodarfür", daß die Bücherkommission für Einziehung der dem Kaiser ge-bührenden Pflichtexemplare uud in allen Privilegiensachen die einzig zu-ständige Behörde sei, während der Rat sich auf Ausführung ihrer Be-schlüsse zu beschränken habe. Daß diese Auslegung der Reichsgesctzc eineganz willkürliche und nach den frühern Erklärungen der Kaiser selbstdurchaus unhaltbare war, bedarf nach der vorausgehenden aktcumäßigenDarstellung keiner nähern Ausführung.

Die Amtsführung Hörnigks neigte sich ihrem Ende zu. Er erhieltam 16. Juli 1661 in Georg Friedrich Sperling einen Adjunkten, mit derAnwartschaft auf die Nachfolge im Amte. Der Kaiser sagte in demPatente Sperlings, daßzeithero im Bücher-Kommissariat solche Unord-nungen und Nachlässigkeiten verspüret worden", daß ein kräftigeres Ein-greifen nötig geworden; letzteres war die Sperling zugewiesene Aufgabe.Das in ihn gesetzte Vertrauen der Hofburg rechtfertigte er in vollemMaße; er überbot in der Folge alle seine Vorgänger an Rücksichtslosigkeitilnd Frechheit und verstand es, sich während seiner viernndzwanzigjährigcnAmtsführung persönlich dermaßen verhaßt zu machen und die kaiserlichenEingriffe in alle Interessen so verletzend zuzuspitzen, daß die frankfurterBüchermesse darüber zu Grunde ging. Als Sperling am '16. März 1685aus erhebliche» Ursachen" seines Dienstes entlassen und der Dechantam Liebfrauenstift, Kaspar Vollmar, zu seinem Nachfolger ernannt wnrde,lag Frankfurts Blüte als Buchhändlermeßplatz schon im Staube; nurwenige Jahre noch und Leipzig . trat auch äußerlich au die Spitze desdeutscheu Buchhandels. Sperling war ganz der Mann nach dein Herzender Hofburg. Er scheute vor keiner Gewaltthätigkeit zurück, griff rück-sichtslos an und wußte stets Rat, wenn es galt, Frankfurt die letzten Resteseiner Selbständigkeit zu nehmen. Was fortan dem Bücherwcsen Nach-teiliges geschah, ist entweder unmittelbar auf seine Initiative zurückzu-führen oder mittelbar von ihm gefördert worden.

Schon am 6. September 1661 befahl der Kaiser, indem er, die