Kapitel.) Zu spätes Besinnen des Rats. Die Bücherwxc.
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vor dem leidigen Kriege gewesen (vor welchen? der Buchhandel allhierim höchsten Flor gestanden) im Einklang mit den Neichssatzungen wie-derherzustellen und den Bücherkommissaricn zu befehlen, dnß waö sie beihiesigen gefreiten Messen vorzunehmen haben, mit Zuziehung unsererDepntirten vornehmen und anch unö die eynli8Ll>.tioue8 und sxsou-tivn6s allein verfügen lassen sollen". Die Einsicht nnd Energie warleider dem Rat zu spät gekommen nnd er mußte für die Unterlassungenseiner Vorgänger büßen. Es behielt natürlich bei den alten, oder viel-mehr bei den neuerdings -getroffenen Bcstinunnngcu sein Bewenden.Die Freie Reichsstadt Frankfurt wurde iu ihren eigenen Mauern anskeinem andern Grunde, als nm die Herrschaftsgelüstc der Jesuiten derHofburg zu befriedigen, depossediert nnd mußte froh sein, wenn ihregetreuen Herren ihr nur gestatteten, den äußern Schein zu wahren unduntergeordneten Maßregeln gegen die Presse zuzustimmen.
Inzwischen hatte aber die kaiserliche Politik schon um die Mitte derfünfziger Jahre den deutschen Buchhandel, neben den hier geschildertenPlackereien, noch mit einer neuen Belästigung heimzusuchen versucht,welche — weun wirklich durchgeführt — den Lebensnerv der freien lite-rarischcn Bewegung zerschnitten nnd Frankfurts Bedeutung als Büchcr-mcßplatz unfehlbar schon jetzt zerstört haben würde. Es war dies diesogenannte Büchertaxc. Die Bestrebungen zur Einführung einer solchentauchten in Frankfurt zuerst im Jahre anf, wirbelten sehr viel
Staub auf und riefen — in Verbindung mit den gleichartigen Kur-sachscns in Leipzig — zwei Jahrzehnte hindurch große Bestürzung undBefürchtungen hervor, um daun, nachdem die hervorgerufene Unruhennd Unsicherheit Schaden genng angerichtet hatten, im Sande zu ver-lausen und auf immer vom Schauplatze zu verschwinden.
Man versteht unter der Büchertare die obrigkeitliche Festsetzung einesund desselben Preises für Bücher eines bestimmten Formates. Ganz un-abhängig von der geistigen Arbeit des Verfassers nnd dem Inhalt einesBuches, von der größern oder geringern Höhe der Herstellungskosten,sowie von der Absatzfähigkeit desselben sollte also ein bedruckter Oktav-oder Quartbogen nur je zu einer festen Taxe auf dem Meßplatz ver-kauft werden, einerlei ob Original oder Übersetzung, ob Nachdruck oderAuszug. In ähnlicher Weise sollte auch — wenigstens in Sachsen —-die Höhe des Gewinnes festgestellt werpen, welchen die Sortiments-
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