Kapitels Dunkelheit betreffs der Vorstädten, Publikation im Jahre 165«. 677
Leider sind die Akten der Bücherkommission über diese interessanteund wichtige Episode in der Geschichte des deutschen Buchhandels seinerZeit nach Wien gesandt worden und sind dort bis jetzt nicht wiederaufzufinden gewesen. Was sich aber aus den vorliegenden frankfurterAkten zusammenstellen läßt, ist Folgendes.
Es ist zunächst klar, daß die Buchhändler schon früher von den inder Hofburg geplanten Maßregeln Kenntnis erlangt hatten. Dennochwurden allem Anschein nach die, auf der Herbstmesse 1656 iu Frankfurt Versammelten durch die Kunde von dem ihnen nunmehr thatsächlichdrohenden Unheil überrascht. In seinem Bericht an den Kaiser, ä. ä.Speyer 13. Dezember 1656, sagt der mit dem Betriebe der Sache be-auftragte Reichsfiskal Philipp Werner von Emmerich über die Umständebei Publikation der Büchertaxe: Nachdem er „mit etlichen auß denHandlungs verständigen" über die gemachte Taxe nochmals konferiertund von ihnen selbst vernommen, daß keiner derselben sich füglich darüberzu beschweren habe, habe er die „Vornehmsten von der Buchhandlung"auf den 13. September vorbeschieden und denselben den kaiserlichen Be-fehl vom 2. September 1654, die Anordnung einer gewissen Büchertaxebetreffend, dann die am 11. April 1656 gefertigte Taxe vorgelesen, auchihnen eröffnet, daß auf ihren Vorschlag von 1655 Rücksicht genommenund die Taxe danach gestaltet worden sei. Hierauf habe zwar derÄlteste, Gottsried Schönwetter — ein Frankfurter ! die frankfurter Buch-händler gehörten später zu den entschiedensten Gegnern jeder Taxe —,für sich und die Übrigen für allergnädigste Sorgfalt Dank gesagt; esseien aber sogleich einige aufgetreten, welche behauptet hätten, bei dieserTaxe nicht bestehen zu können. Er habe ihnen dagegen „mit Bescheiden-heit" eingehalten, es sei ihnen ja nach Abzug des Druckerlohns, desPapiers und aller andern Unkosten auf 100 Fl. Kapital 60 Fl. Gewinngelassen worden und zwar, weil, wie sie selbst gesagt hätten, die Verlags-artikel nicht gleich an den Mann gebracht und zu Geld gemacht werdenkönnten, sodaß das angelegte Kapital ruhen müßte. Falls sie sonstnoch etwas Erhebliches vorzubringen hätten, sollten sie es thun.Sie hätten sich aber nicht weiter auslassen wollen, bis auf einen Teilder Ausländer, welche ans den Unterschied zwischen ihnen und denFrankfurtern in Ansehung der Kosten für Papier und Druck und derFracht hingewiesen und gebeten hätten, bis künftige Ostermesse (in dem