Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
678
Einzelbild herunterladen
 

678 Vorstellungen der Buchhändler bei dem frankfurter Rat. sZehnteS

Schriftenwechscl zwischen Wien und Frankfurt heißt es stets Oster- undnicht Fastenmesse) ihre Gegenvorstellung einbringen zu dürfen. Da in-deß die Messe zu Ende gegangen, habe er dieses IV'tituw unbeantwortetauf sich beruhen lassen, dagegen nochmals ermähnt, der publizierten Taxekünstig nachzuleben. Daneben habe er versprochen, daß, wenn der eineoder der andere unter Umständen bei der publizierte« allgemeinen Taxeohne Nachteil nicht bestehen konnte, dessen Anbringen gehört und ihmin allwcg befindlichen Dingen nachgeholfen werden sollte". Hierauf seiendie Buchhändler abgetreten; es scheine aber, als wenn die Meisten nachwie vor freie Hand behalten und sich ohne anderweite ernstlichere Ver-ordnung der Taxe nicht anbequemen wollten.

Der erste Schritt der in ihren Interessen so schwer Bedrohten wardie Anrufung der Jntercession des jetzt leider schon einflußlosen frankfurterRats. Ju der am 16. September 1656 in letzterm vorgeleseuen Bitt-schrift sämtlicher, zur Messe anwesenden in- und ausländischen Buch-händler führten Zacharias Hertel von Hainburg , Wolsgang Endter vonNürnberg, Kaspar Wachtler von Frankfurt, Hermann Mhlius von Köln ,Christian Gerlach und Simon Beckenstein von Magdeburg uud Hrlm-städt, sowie endlich Johann Joachim Bockenhoffer von Straßburg aus:Der kaiserliche Geueralfiskal habe den in- und ausländischen Buchführern(also nicht nur den vornehmsten derselben) vor wenig Tagen gauz un-vermutet einen schriftlichen kaiserlichen Befehl vorgelesen, traft dessen alleVerlags- und Sortimentsbücher (Verlags- und Handelß-Bücher") demBallen nach in einem gewissen Preis taxiert und äugeschlageu werdensollten,mit angehengter scharsscr bedrohung, falß wir Vnß deine nichtbequemen, sondern in verkauften darwieder handeln würden, die Wahrenund Bücher zu confisciren und einzuziehen". Hierdurch fühlten sie sichin hohem Grade beschwert, und wenn es dabei bleiben sollte, würden sie,besonders die Ausländer, gezwungen sein, ihre Handlung in die frank-furter Messe gänzlich einzustellen. Der Preis des Papiers und andererzum Verlag der Bücher gehörender Materialien variiere und steige oft,sodaß die Bücher einer festen Taxe uicht unterworfen werden könnten.Zudem würden die Bücher gemeiniglich auf Kredit gegeben, außerdembleibe bekanntlich ein guter Teil unverkauft und werde zu Makulatur,Sodann müßten sie, vor allem die Ausländer, ihre Bücher zehn, zwanzig,dreißig, vierzig, fünfzig und mehr Meilen herführen und rssx. zu dreißig