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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kapitel.) Schritte der Buchhändler bei dem frankfurter Rat.

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des Unheil remonstrirt hätten". Sie baten also nnr um Abschrift derSupplik und der Gravamina, mir der Zusicheruug, das aus diesen Be-strebungen sicher entstehende Unheil klar demonstrieren zu wollen. Nach-dem hieraus noch ein von den dissentierenden Bnchführern eingereichtesMemoriale verlesen worden war, wurde die Konferenz ohne VerlesungderCommission", und ohne daß etwas protokolliert worden wäre, ge-schlossen. Nachmittags beschickte dauu der Fiskal Schöuwetter, stellte ihmdie Gravamina zur Abschrift zu, verweigerte aber Mitteilung der übrigenSchriftstücke und fügte hinzu, mau sollte beiderseits zusammentreten, sichvergleichen, nnd das, worüber man sich nicht vergleichen könnte, derKommission vortragen. Da aber schon Viele abreisten, erinnerte Hünc-feld nochmals an die verlangte Zusammenkunft; man solle wenigstensandere Uxpeckieritia, vorschlagen,dann die Rom. Kayserl. Mahtt. wollencinmahlcn haben, daß solchem Vbel in dem Buchhandel gesteuert würde:worzu durch vnnötiges äisputiren nicht, sondern dnrch heilsame Bcraht-schlagung zugelangen sehe". ,

Die Zwischenzeit bis zur nächsten Messe wurde von den selbstver-ständlich im höchsten Grade erregten Gegnern der geplanten Maßregeln und sie bildeten die weitaus überwiegende Mehrzahl nnter den Buck-händlern zu Versuchen benutzt, die Unterstützung und Vertretung desfrankfurter Rats zu gewinnen. Im Juni gingen bei letzterm zwei Protesteein, der eine seitens sieben frankfurter, der zweite seitens der gesamtennach Frankfurt handelnden niederländischen Buchhändler. Diese bittendurch ihre Bevollmächtigten I^io. ,sui-. Johann Christoph Uffcnback unoJohann Martin Porsz um Jntercession bei dem Kaiser, damit alles imvorigen Stände und bei den Meßfreiheiten gelassen werde, sie auch un-beunruhigt bleiben möchten, um so zu verhüten, daß sie, die bisher dieMessen iu großer Menge gebaut und den Liebhabern der Studien, wie demgeineinen Nutzen gedient, künftig, wenn dergleichen Unerträgliches ihnenaufgedrungen werden sollte, von ihrer löblichen nnd männiglich profitabel«Intention nicht abzustehen und die Handlung in die frankfurter Messeeiuzustelleu sich gemüßigt sehen müßten.

In zwei Beilagen besprechen sie dann die wiener Denkschrift vonihrem Standpunkte aus, d. h. mit Übergebung derjenigen Punkte, welcheausschließlich den deutscheu Buchhandel betreffen. In, erster Linie stehtder Protest gegen die Behauptung, daß die Leutner-Harttungschc Cm-