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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Borstellungen der Holländer bei dem Rate.

^Zehntes

gäbe von den meisten Buchhändlern unterschrieben worden sei. Ein am14. April den Kommissaren übergebenes Memorial habe nur die Namenvon Wild in Rostock, Kinckius in Köln, Endters Erben in Nürnberg ,Götz in Frankfurt, Fuhrmann in Leipzig, Trescher in Breslau , Herins-dorf in Frankfurt, Mevius' Erben und Schuhmacher in Wittenberg undDolhopf in Straßburg getragen, während doch aus Frankreich, aus Eng-land , aus Gens, aus Brabcmt und den Vereinigten Niederländen, sowieaus andern dem Römischen Reich zugehörigen und angrenzenden Pro-vinzen allezeit eine ansehnlicke Zahl von Buchhändlern zur Messe an-wesend gewesen wäre. DaNn wendet sich die Schrift zunächst gegendie angeregte Taxe. Unter anderm wird ausgeführt: wenn ein hollän-discher Buchhändler ein bei ihm bestelltes Buch durch einen italienisckienBuchhändler aus Italien, wie gebräuchlich auf Maultieren, nach Holland kommen lasse, um es dann auf die frankfurter Messe zu bringen, und essolle ihm dann ein gewisser Tax gesetzt werden, so würde er durch schrift-liche und glaubhafte Urkunden darthuu müssen, was ihm das Bucheigentlich in Italien gekostet hätte, was für Spesen darauf gegangen,unl es nach Holland und von da auf die frankfurter Messe zu bringen;dann erst konnte durch verständige Leute eine Schätzung erfolgen. Wennaber die Antragsteller vermeinten, die Ausländer durch die Taxe zuzwingen, ihre Bücher Bogen um Bogen mit ihnen zu verstecheu, so wäredas ein unbilliges Verlangen. Ein Holländer nehme nur pures Schreib-papier und wende große Kosten auf den niwrsm, damit ein Buch schönsauber und korrekt gedruckt werde; was aber größere Arbeit und Kostenverursache, müsse auch höher bezahlt werden. Außerdem koste der Trans-port eines Ballens Bücher von Holland nach Frankfurt 20 bis 30Thaler, abgesehen Von der Zehrung für Prinzipal und Personal, wo-gegen andere keine so hohe Kosten aufzuwenden hätten.

Wenn aber den Buchdruckern, Buchbindern u. s. w. der Buchhandel garverboten werden sollte, so würde auch dies zur Verteuerung der Bücherführen und, gleich den andern Punkten, nur für wenige ein schädlichesMonopol schaffen. Die wenigen dann existierenden Buchhändler könntenz. B. zusammentreten und sich verabreden, einem Ausländer seine gutenBücher nur zu einem gewissen Preise abzunehmen, widrigenfalls er siegar nicht absetzen würde. Man finde auf Reisen oft zehn Städtleinnach einander, wo kein Buchhändler sei, sondern nur Buchdrucker oder