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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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708
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708 Opposition in Frankfurt dagegen. Hervorhebung der Motive der Endter, ^Zehntes

artikel verlegt, darunter z. B. die sogenannte Kurfürstenbibel. IhreAbsicht sei es übrigens nicht, den Kunsthändlern, Kupferstechern u. dgl.den Verkauf solcher Kupferstiche, welche eine Beschreibung erforderten,zu verwehren, nur müßte dieser Text ausschließlich in Kupfer gestochenund dürfte nicht durch Thpcndruck hergestellt sein. Damit wäre abergeradezu der zu jener Zeit und noch später sehr schwunghafte Verkehrmit Gclegenheitsschriftcn und zeitgeschichtlichen Einblattdrucken vernichtetworden. Als Hauptsache bezeichnen sie aber wieder die Einführung einerrechten und ordentlichen Taxe. Die vor einigen Jähren vorgeschlagenesei teils durch Diskrepanz, teils durch den Eigennutz Einiger hinter-trieben worden; seitdem seien aber die Preise in unverantwortlicher Weisenoch weiter in die Höhe getrieben worden, sodaß der gegenwärtige Zustandalten gewissenhaften Buchhändlern unerträglich erscheine. Der Kaisermöge nur allen deutschen Buchhändlern bei Vermeidung kaiserlicher Un-gnade und bei Strafe anbefehlen, sich ohne weitere Entschuldigung zueiner billigen Taxe zu verstehen.

Obschon nun dieser Schritt der Endter sich so völlig den bisher vonder Reichsregierung vertretenen Anschauungen anschmiegt und ihnenals von so bedeutenden Verlagsfirmen ausgehend ein scheinbar größeresGewicht geben konnte, so scheint die Sache auffälligerweise doch längereZeit geruht zu haben; wenigstens schweigen die jetzt noch zu Gebotestehenden Akten darüber. Erst am 3. Januar 1671 kommt auf An-regung der frankfurter Buchhändler der dortige Rät bei dem Kaiser da-gegen ein. Er betont, daß Harttung und Leutner gar kein allgemeinesMandat gehabt hätten. Wenn aber der einzige Endter dieses Werk inWiderspruch gegen alle Frankfurter und nach Frankfurt handelnde Buch-händler durchtreiben und erzwingen wolle, so geschehe dies nnr zu seinemeigenen Vorteile. Zu Nürnberg seien wenig Buchhändler, welche dieMittel zu eiuem großen Verlage hätten oder die Bücher in Frankfurt in großen Mengen einkaufen und in den bayrischen und österreichischenKreis, nach Böhmen und in andere kaiserliche Erblande führen könnten,wie Endter dies thäte, der zwar die Bücher nach dem Preise, wie ergern wollte, in Frankfurt in der Messe einkaufe, an abgelegenen Ortenaber nach seinem Belieben wieder verkaufe und so Vorteil auf Vorteilhäufe, andere aber unterdrücke.

Dieses einseitige Vorgehen der Endter führte was hier vorweg