stehenden Fastenmcsse sämtliche Buchhändler zusammenberufen, über ihreBeschwerden vernehmen und von ihm selbst Anstalt gemacht würde, demBuchhandel so aufzuhelfen, daß er auch aufrecht stehen bleibe, dann ihrer-seits das Werk auf sich beruhen uud die Kommission ferner ungetriebenlassen zu wollen. Dabei konnten sie sich aber nicht enthalten, höhnischzu bemerken: ob fremde oder frankfurter Bücher in der Judengasse ge-sucht würdeu, und wer ^cl viäsncluin clisti^eta pignoi-A bisher citiert,ließen sie dahingestellt sein; sie hätten stets nur koutante Bücher in derJudengasse gesucht, weil sie in der Buchgasse nicht zu finden gewesen,am allerwenigsten hätten sie selbst Bücher da versetzt. Ihren erworbenenBuchhandel hätten sie und ihre Väter nicht den frankfurter Messen, sondernGott und ihrer Vaterstadt zu danken. Jenes Versprechen der Endteracceptierten die Frankfurter im April 1672 bestens unter der, nach demVorausgegangenen leicht erklärlichen, Voraussetzung, daß die Thaten derEndter auch ihren Worten entsprechen würden.
Inzwischen hatte die einmal angeregte Sache von Wien aus ihrenFortgang genommen. Behufs Betreibung der Aufstellung einer allge-meinen Büchenaxordnung war abermals eine außerordentliche Kommissionernannt worden, deren Mitglieder wieder Hünefeld und Arbogast waren.In der kaiserliche!? Antwort an den frankfurter Rat auf seine Eingabevom 3. Januar 1671, datiert vom 13. April, wurde jener angewiesen,seine Buchhändler anzuhalten, sich auf erfolgte Notifikation hin vor dieserKommission einzufinden und derselben in allem schuldigst nachzuleben.Sie nahm auch ihre Thätigkeit in der Fastenmesse 1671, die von 155Firmen (einschließlich der Frankfurter ) — oarunter 15 Niederländer, 4Franzosen, 10 Schweizer und 2 Dänen — gebaut wurde, in der That auf.
Nach dem Protokoll vom 14. April (wohl alten Stils) waren diemeisten Buchhändler erschienen, die Holländer fehlten aber ganz. Uffen-bach, der Rechtsbeistand der Frankfurter , erklärte, seine Kommittentenseien noch immer der Meinung, „daß kein durchgehender Büchertax prac-ticirlich sei", während von andern Anwesenden, speziell von den kölnerund sächsischen Buchhändlern — von diesen für sich und die übrigenSachsen — dein widersprochen und die Büchertaxe als durchführbar be-zeichnet wurde.
Jedenfalls durch Besorgnisse für den Bestand der Messe bewogen,suchte der Rat deu weitern Fortgang der Verhandlungen am 17. April