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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kapitel.) Andauernder Widerstand der Frankfurter und Ausländer. ^ 711

durch einen Protest zu hindern. Sich an Formalien klammernd, wollteer erst jetzt, jedoch nicht durch schriftliche Mitteilung, vernommen haben,daß die kaiserlichen OommisWi-ii eine anderweite Kommission erhaltenhaben sollten: dahin zu sehen, wie bei jetziger Messe von den frankfurterund dahin negociierenden Buchhändlern eine gewisse Taxordnung ver-glichen und dadurch der Buchhandel möglichst retabliert werde. Be-kanntlich aber hätten schon vor zwei Jahren die Buchhändler einmütigdafür gehalten, und mit Gründen ausgeführt, daß ein solches Werk un-praktizierlich sei, wider ihre freie Handlung und die Meßfreiheiten liefe.Sie hätten sich auch bereits vor zwei Jahren über alle Punkte, welcheim Buchhandel Konfusion und anderes verursacht haben sollten, ver-glichen, mit Ausnahme der Frage der Büchertaxe. Diese Sache schwebebei Kaiser und Reichshofrat und würde der Rat bei dem KaiserProtest und Beschwerde erheben, falls die Kommission so fortführe.Die Kommissare beantworteten diesen Einspruch sofort durch den Rats-boten: es handle sich um gar keine neue Kommission, sondern um dieFortsetzung der alten; der Rat möge nur seine Buchhändler anhatten,sich dem kaiserlichen Willen zu fügen. Gleichzeitig übergab ZachariasUffenvach im Namen der frankfurter Buchhändler die abermalige schrift-liche Erklärung: sie könnten nun einmal nicht finden, daß in dieserfreien Messe unter allen Buchhändlern Europas , welche hier negociierten,eine allgemeine Taxordnung praktikabel sei,hingegen sie aber wohl diesesseheteu, daß hierdurch viel privati nothwendig lasäirt, die iKZgotisii ge-sperrt, herrliche Iraotatus gehindert" und die Messe zerstört werden müßte.

Bedeutsamer war die Eingabe der zur Messe anwesenden Nieder-länder. Sie wollten sich durch dergleichen Borladungen nicht bemühenund sich neuerdings einschränken lassen, sondern begehrten auch ferner denGenuß freier Handlung und freier Messe, widrigenfalls sie ihre Hand-lung in die frankfurter Messen nicht kontinuieren könnten. Ihnenfolgten am 25. April mit einem fast wörtlich gleichlautenden ProtestArnaud und Borde von Lyon, Leonard und Pierre Chouet von Genf ,Antoine Lamy von Paris , Laurent Aubin von Lyon, Jean Antoine deTournes, Samuel de Tournes und Johann Hermann Wiederhold vonGenf, Catharina Brassart und Johann Busaei Witwe von Köln .Ebenso protestierten am 27. April 18 frankfurter und 57 fremde deutscheBuchhändler gegen eine Taxe.