712
lZehnteS
Dagegen erschienen an demselben Tage Thomas Henrich Hauensteinvon Hannover, Johann Friedrich Endter von Nürnberg , Elert Schu-macher von Wittenberg , Johann Eberhard Zetzner von Straßburg,Georg Wolfs von Hamburg , Michael Volk von Lübeck und AlexanderHarttung von Wien , für sich und im angeblichen Auftrage der in gegen-Wärtiger Messe sich befindenden fremden Buchhändler, um ein von den-selben unterschriebenes Memorial und eine Erklärung des Inhaltes vor-zulegen, daß sie eine Taxordnung so gar unmöglich nicht, sondern leichtins Werk zu setzen erachteten: sie bäten aber um einen Termin vonJahresfrist, um in ihren Orten, Provinzen und Kreisen sich brieflich zuberaten, die ergangenen Gutachten zu konferieren und endlich ihre aus-gebrachte einhellige Meinung, wie der Sache abzuhelfen, der Kommissionzu notifizieren.
So konnte denn in einem spätern Berichte Hüneseld dem Kaisereinigermaßen glaubhaft mitteilen, daß fast alle in die Messe negociieren-dcn fremden Buchhändler, „hedoch die Holländisch- vnd französische aus-geschlossen, welche ohngezweiffelt auß eingenohmmener Übeln iviorraationnicht einmahl der Kahserl. Oonamissicill sich sudwittiren oder darbeyeinfinden wollen", einverstanden seien und nur um Frist zur Bera-tung bäten.
Noch einmal, unter dem 21. Mai 1671, machte der Rat den Ver-such die Taxe durch seine Vorstellungen abzuwenden. Er berichtete anden Kaiser, die Kommission habe, ohne ihm, dem Rate, Mitteilung zumachen, schon in der ersten Meßwoche fremde und einheimische Buch-händler vor sich beschicken und mit ihnen wegen Anordnung einer ge-wissen Büchertaxe verhandelt. Der Rat rekapitulierte den Inhalt dereben erwähnten Proteste, wies auf die Tragweite der Erklärung deraußerdeutschen Buchhändler hin und betonte namentlich, daß eine gegen-teilige Eingabe keinesweges von der Mehrzahl der Buchhändler, viel-mehr allein von wenig Personen, dem Alexander Harttung und denbeiden Endtern, zur Förderung ihrer Prioatvorteile ausgegangen sei.Aber wie gewöhnlich hatte diese Eingabe keinen Erfolg; die Büchertaxewurde eben in Wien als Steckenpferd geritten. Unter dem 24. Augustwurde Hünefeld trotz der Intervention des Rates angewiesen, diejenigenBuchhändler, welche sich für die Taxe erklärt hätten, nächste Ostermesseihre Vorschläge einbringen zu lassen.