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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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730 Vollinars erstes Auftrete». Beeiuflusiung durch die Geistlichkeit. ^Zehntes

dcrcn zwischen denen Buchhändlern entstehenden äiti'oroMicn, vumulittivamvcl ziriv-rtÄM iurisäiLtionem hergebracht habe vndt behaubten wolle, vndwas; dergleichen in daß Bücher (Zominissari-rt iirttnirende Sachen mehr seinmochten, worüber allcrhöchstged. Ihre Kays. Maytt. hernegst förterlichen voll-ständigen Bericht erwarthcn, vndt sich allergnedigst versehen, er Volmarwerde allem diesen mit vnderthänigster schuldigster trewe fleissigst nachkommen,vndt bcnebenst darob sein, daß er der religiou halber wieder die voustitu-tiune8 Imperii et Instiumsntum ?^eis keinen vnzeutigen cyfer werde vor-tringen lassen oder denen Augspurgischen conlossioiis Verwandten zu be-schwerungcn Vrsach geben, dauor er sich in alle weeg zu hüten.

Schon am 3. Mai 1685 leitete Vollmar seine> im allgemeinen nichtso schroff, wie die Sperlings, auftretende Thätigkeit in Gemäßheit derInstruktion damit ein, daß er in Gemeinschaft mit dem kaiserlichen Fis-kal Emmerich der Bücherkommissar konnte ja nun nicht mehr alleinvorgehen einen Erlaß an sämtliche Buchhändler veröffentlichte. Eshätten sich verschiedene Gebrechen und Mängel eingeschlichen; vor allemsollten die Buchhändler sich erklären, ob die schon vor mehr als zwanzigJahren verfaßte und publizierte Tarordnung nicht zur Observanz zubringen oder aber eine neue mit Nutzen und Bestand einzurichten undfestzustellen sei. Auch hierüber ist weiteres in den Akten nicht zu fin-den. Jedenfalls ist die galvanisierte Leiche ohne Hinterlassung von Spurenwieder in ihrem Aktcngrabe beigesetzt worden.

Zum Abschluß der Darstellung der unheilvollen Wirksamkeit der Bü-cherkommission bis zum Schluß der hier zu behandelnden Periode mögennur noch einige Notizen über ven Einfluß der Geistlichkeit auf jene Be-hörde Platz finden. Sehr bald nach dem Antritte Vollmars erhieltdieser ein von Wien , 11. Mai datiertes Schreiben der Looistas ^ssu.Es sei in Salzburg eine von Peter Fischer verfaßte Schrift, betitelt:^68uitiouiQ Mtul, erschienen, die auch in Frankfurt verkauft werde undsehr nachteilig von den Jesuiten spreche. Es werde ihm nun hierdurchbefohlen (bsniZns sei-io^ue ^ukswus"), seiner Pflicht gemäß dasgenannte Buch genau zu prüfen Und wenn er etwas darin finde, wasdie Ehre der alwa 8oei6tg.8 beeinträchtige, alle aufzufindenden Exem-plare einzuziehen und eins davon an den kaiserlichen Reichshofrat be-hufs weiterer Weisung einzuschicken. Daß eine derartige Schrift zujener Zeit bereits in Salzburg erscheinen konnte, ist eine Thatsache vonhohem Interesse. Sie zeigt, daß sich schon zu jener Zeit eine Oppo-