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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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789
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Erläuterung der graphischen Tafeln.

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Tafel I.

1) Die Gcsamtentwickclung des Buchhandels.

Die feste Linie () gibt die Ziffer der Gesamtsumme aller in den Meß-katalogen verzeichneten Bücher an, die gebrochene Linie mit drei Punkten^) den fünfjährigen Durchschnitt, bei den ersten beiden Jahren

natürlich nur den zweijährigen. Richtiger wäre es vielleicht gewesen, die Durch-schnittslinic als eine Horizontale in gleicher Höhe durch alle fünf Durchschnittsjähre zu ziehen, statt sie ansteigen, resp, fallen zu lassen, denn es findet inne»halb dieser Jahre kein Ansteigen oder Abfallen statt, sondern alle fünf Jahresind, da eben die Durchschnittssummc gegeben werden soll, gleich hoch zn denken,und zwar ist das letzte der Jahre das für die relative Höhe maßgebende. Aberdas hier eingehaltene Verfahren steht in Übereinstimmung mit dem gewöhnlichbeliebten und ist jedesfalls anschaulicher als die baltenförMigc Darstellung.

Die erste Zeit bis etwa zum Jahre 1592 bietet wenig ZuVerlaß. ImJahre 1564 liegt nur ein Katalog, der Herbstkatalog vor. Doch war esnicht gestattet, die Ziffer etwa doppelt zu nehmen, da dieser Katalog als dererste keineswegs erst mit Schluß der Ostermcsse einsetzt, sondern auch weiterzurückgreift. Auch aus den Jahren 1566 nnd 1567 ist nur der Herbstkatalogbekauut, uud man darf vermuten, daß gar keine Osterkataloge erschienen sind,weil ein Grund für das tiefe Herabsinkcn der Ziffer nicht erfindlich ist.Bis zum Jahre 1592 sind überdies imiüvtlex nmiämarinL" gar nicht die

Differenzen wähle ich das Jahr 165^. Als auswärts erschienen werden hier 120Werke aufgeführt; das stimmt zu der Summe der umer II (Auswärtige Orte) auf^gezählten Bücher, nicht aber zu der am Kopfe der Verlagsorte und Verleger ge-gebenen Aufzählung nach Fächer», denn hier ergibt sich nur die Ziffer 115. DerFehler liegt in den lateinischen Schriften: diese belaufen sich an ersterer Stelle auf72, an letzterer Stelle nur auf 67. Außerdem findet sich in diesem Jahre noch einzweiter Fehler. Das Verzeichnis der auswärtigen Orte (11) gibt 27 italienischeSchriften an, das Verzeichnis nach Fächern nur 18, also !» weniger; dagegen gibtjenes nur 5 französische, dieses aber 14 an, also 9 mehr. Man möchte auf denersten Blick meinen, daß diese beiden Differenzen von 9 wohl auf denselben Fehlerhinausliefen, aber ich glaube, das ist nur ein Schein. Die Ziffer 14 wird für diefranzösischen Bücher bei auswärtigen Verlegern die richtige sein, und iu Genf wirdfür9 tr." fälschlich9 cl." gedruckt sein, denn aus Genf sind in oicscn Jahren stetsfranzösische, nie deutsche Bücher auf die Messe gebracht. (Ebenso ist es ein Fehler,wenn im Jahre 1626 bei Genf 29 ,1." statt29 lr." angegeben wird.) Das Feh.len der 9 italienischen in der Aufzählung nach Fächern wird sich verteilen; auchhier wird die höhere Ziffer 27 richtig sein, denn Fcrrara lieferte allein 25 italienischeWerke. In der Hast der Arbeit wird der Anfcrtigcr desvockex nuuäin-n-ius"sich durch die Nutiquaschrift hier und da zur Verwechselung des Französischen undItalienischen haben verleiten lassen.